Crowdfunding-Kampagne für den essbaren Trinkhalm Erst trinken, dann aufessen

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Aus einer innovativen Idee soll ein Produkt werden, das die Umwelt schont. Die Start-up-Unternehmer Konstantin Neumann und Danilo Jovicic wollen den essbaren Trinkhalm am Markt etablieren – und suchen noch Unterstützer.

Konstantin Neumann (links) und Danilo Jovicic wollen mit dem essbaren Trinkhalm „eatapple“ einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Konstantin Neumann (links) und Danilo Jovicic wollen mit dem essbaren Trinkhalm „eatapple“ einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Vielleicht ist das ja schon die wichtigste Voraussetzung zum Erfolg: diese Mischung aus Abgeklärtheit und dem Willen, alle Hindernisse auf dem Weg zum ultimativen Produkt beiseite räumen zu wollen. Denn Illusionen machen sich Konstantin Neumann (20) und Danilo Jovicic (28) keine. Die allermeisten Menschen wollen ihren Lebensstil nicht ändern. Oder wenn, dann nur, wenn das Umdenken keine Erschwernisse mit sich bringe, sagt Jovicic. Aber vielleicht taugt das 20 Zentimeter lange braune Röhrchen, durch das man Cocktails, Smoothies oder andere Getränke schlürfen kann, ja dazu, über die unsinnige Verschwendung wichtiger Rohstoffe wie Erdöl einmal nachzudenken. Vielleicht gelingt es den beiden Stuttgartern ja, unternehmerisches Denken und Nachhaltigkeit unter einen Hut zu bringen – und sich am Markt zu etablieren. Laut Zahlen der Umweltschutzorganisation Greenpeace landen in Deutschland jährlich 40 Milliarden Kunststofftrinkhalme im Müll. Lifestyle und Ressourcenverschwendung haben also viel miteinander zu tun haben.

Ein Patent hat der Trinkhalm bereits

Genau dort setzt die Idee der beiden Jungunternehmer an, die sich an der Universität Hohenheim mit Lebensmitteltechnologie beschäftigt haben oder noch beschäftigen. Aber wie rettet man die Welt, ohne sie gleich ganz aus den Angeln heben zu müssen? Am besten durch kleine Schritte, sind die beiden überzeugt und haben im Frühjahr mit der Test-Produktion eines essbaren Trinkhalms begonnen. Ihr Start-up heißt wisefood.de. „Eatapple“, das essbare Trinkröhrchen aus Apfeltrester, ist ihr erstes Produkt. Beim Deutschen Patentamt in München haben sie die Erfindung angemeldet. Der Halm hält eine gute Dreiviertelstunde seine Form im Getränk. Es ist geschmacksneutral, es sei denn, man trinkt damit stilles Wasser. Das nimmt ein bisschen den Apfelgeschmack an, sagt Danilo Jovicic. Isst man das Röhrchen nach Gebrauch auf, schmeckt es wie eine Fruchtschnitte aus dem Naturkostladen. Der Grundidee, von der sich das Start-up leiten lässt, ist die, intelligenten und nachhaltigen Produkten aus dem Lebensmittelbereich eine Marktchance zu geben. Mit dem Slogan „More Taste, less waste“ – mehr Geschmack, weniger Müll – werben Neumann und Jovicic für ihr Unternehmen, das einen Mehrwert für die Umwelt habe. Alle Zutaten kommen aus der Region, produziert wird in Deutschland. Der Forschungskreis Ernährung hat es beim Ideenwettbewerb Trophelia 2016 bereits mit dem ersten Preis und einem Sonderpreis als innovativste Produktidee ausgezeichnet.

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