Cyber-Kriminalität Hackerangriff auf das Klinikum Esslingen

Das Klinikum Esslingen ist Opfer einer Hacker-Attacke geworden. Foto: Roberto Bulgrin

Am Dienstag drang ein unbekannter Hacker in die IT-Systeme des städtischen Krankenhauses ein – mit spürbaren Folgen. Die Patientensicherheit sei aber zu keiner Zeit gefährdet gewesen, heißt es.

Reporter: Elke Hauptmann (eh)

Das Esslinger Klinikum ist am Dienstag Opfer einer Hackerattacke geworden. Wie das städtische Krankenhaus mitteilte, wurde der Cyber-Angriff gegen 17 Uhr festgestellt. Wer hinter der Aktion steht und aus welcher Motivation heraus gehandelt wurde, ist noch völlig unklar. Die Polizei wurde eingeschaltet. Der Krankenhausbetrieb konnte aufrechterhalten werden, allerdings kam es zu Einschränkungen in einigen Bereichen. Der Geschäftsführer des Klinikums Esslingen, Matthias Ziegler, betont: „Die Patientensicherheit und -versorgung war zu keinem Zeitpunkt gefährdet und ist es auch weiterhin nicht.“

 

Den bisherigen Erkenntnissen zufolge „ist eine unbekannte Person über Fernzugriff in die IT-Systeme des Krankenhauses eingedrungen und hat dort gezielt Schaden im Bereich einiger Server angerichtet“, berichtet Unternehmenssprecherin Anja Dietze. Hiervon seien in erster Linie die bildverarbeitenden Systeme in der Radiologie betroffen. Auch die Bildgebung im Bereich Ultraschall und Endoskopie sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Darüber hinaus wurden laut Dietze unternehmensinterne Daten gelöscht. Die Patientendaten im Krankenhausinformationssystem seien hingegen nicht von der Hackerattacke betroffen, betont sie.

Zugang zu Systemen gesperrt

Sofort nach Entdeckung des Hackerangriffs habe die IT-Abteilung des Klinikums gemeinsam mit Experten einer Sicherheitsfirma umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um die Ausbreitung des Angriffs zu stoppen und die Situation umfänglich zu analysieren, informiert Dietze. Die Krankenhausleitung habe einen Krisenstab eingerichtet. „Wir haben sofort mit der Analyse begonnen und den Zugang zu allen relevanten Systemen gesperrt.“ Durch das schnelle Handeln habe man sehr wahrscheinlich weitere negative Auswirkungen unterbinden können, sagt Anja Dietze.

Die IT-Abteilung des Klinikums arbeitet mit den beteiligten Firmen nun unter Hochdruck daran, alle notwendigen Maßnahmen zur Wiederherstellung der Systeme einzuleiten. Wie der IT-Leiter Markus Wölfer berichtet, sei damit noch am Dienstagabend begonnen worden. „Wir gehen davon aus, dass wir innerhalb der nächsten 24 Stunden wieder einen vollständig funktionierenden Krankenhausbetrieb haben werden“, sagt Wölfer zuversichtlich.

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