Cypress Hill in Stuttgart Oldschool-Hip-Hop vom Feinsten

Meister ihres Fachs: Cypress Hill in der Porsche-Arena in Stuttgart. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Die US-amerikanischen Kultrapper Cypress Hill haben in Stuttgart zum 30-Jahr-Jubiläum ihres Albums „Black Sunday“ ein exklusives Deutschlandkonzert gegeben. 4600 Fans feierten in der Porsche-Arena ein Hip-Hop-Konzert par excellence.

Fischerhüte hier und dort, Hip-Hop-Gefühle überall am Dienstagabend in der Porsche-Arena: 4600 begeistertere Fans sind zum einzigen Deutschlandkonzert der US-amerikanischen Kultrapper Cypress Hill gekommen sind – es ist das erste seit fünf Jahren.

 

Gegen 21 Uhr tritt DJ Muggs auf die Bühne und zeigt für etwa zehn Minuten, dass er ein Meister an den Turntables ist. Beastie Boys, Jimi Hendrix oder Metallica – alles dabei. Ein Einspieler jagt den anderen und so ist es nicht erstaunlich, dass das Publikum schon zu diesem Zeitpunkt ganz auf der Seite dessen ist, was da die nächsten 90 Minuten auf der Bühne passieren wird: authentischer Hip-Hop par excellence.

Hommage an die Vibes und Tunes von gestern

Es ist eine Hommage an die Vibes und Tunes von gestern und heute und an die orignäre Musik der Band Cypress Hill, die den Namen einer Straße in Los Angeles trägt. Auf ihrer „Black Sunday 30th Anniversary Tour“ geben die Rap-Legenden der Neuauflage ihres Erfolgsalbums, mit dem sie in die Hip-Hop Annalen eingegangen sind, noch einmal besonders viel Raum. „Black Sunday“ erschien 1993, war das zweite Studioalbum der Gruppe und zählt zu den weltweit erfolgreichsten Hip-Hop-Platten überhaupt. Das Albumcover ziert ein karger, düsterer Friedhofshügel mit Totenkopf, der beim Konzert die Leinwand im Hintergrund der Bühne ausfüllt.

Die beiden Rapper B-Real und Sen Dog sind Tornados ihres Genres, sie lassen sich live von Schlagzeug und Percussions begleiten. Und auch wenn nun 30 Jahre vergangen sind: Man merkt es ihnen nicht an. Der erste Song des Abends ist „I Wanna Get High“, die Spiele sind eröffnet, die Nebelmaschine voll aufgedreht, Bühne und Publikum in grünes Licht getaucht. Es folgen die Mega-Hits „Insane in the Brain“, „Hits From the Bong“ und „Ain’t Going Out Like That“. Aus den Lautsprechern blubbert und qualmt es nur so.

Cypress Hill feuert Hit um Hit ab

Kaum ein Song an diesem Abend ist nicht bekannt, in der Hip-Hop-Szene sowieso, aber Cypress Hill haben ihren Status auch darüber hinaus markiert. Sie spielen auch „Tequila Sunrise“, „When the Shit Goes Down“ und „Dr. Greenthumb“. Be-Real stellt immer wieder Fragen wie: „Is there a doctor in the house?“ Auch vom letzten Album „Back in Black“ (2022) haben sie etwas mitgebracht. Je mehr Cypress Hill von ihrer Mischung aus Hardcore-, Gangsta- und Latin-Rap abfeuern, desto ausgelassener wird die Hip-Hop-Party, bei der eigentlich niemand sitzen bleiben kann.

Die Cypress Hill-Mitglieder konsumieren leidenschaftlich gern Cannabis und setzen sich schon lange für dessen Legalisierung ein. Das hat zur Legendenbildung beigetragen – doch beim Konzert wird klar, dass die Hingabe zur Musik das tragende Element ist. Es gibt keine Show-Effekte, alles konzentriert sich auf Beat, Rhythmus und den Flow.

Die Zypressen geben dann noch eins drauf, spielen „Jump around“, und die Fans sind ganz entrückt und scheinen beseelt von diesem fantastischen Abend. Zum Abschied wird noch einmal klar, dass die Band genau weiß, was sie tut: Als Rausschmeißer und Gruß in die Nacht geben sie ihrem Publikum Marvin Gayes‘ „Let‘s Get It On“ mit. Fazit: Cypress Hill kamen, rappten und siegten!

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