Das Jahr in Bildern Vom Auge der Arche bis zum JVA-Zellentrakt

Martin Hechinger präsentiert den neuen Kalender des Bürgervereins. Das Titelbild zeigt die Dachkonstruktion des evangelischen Gemeindehauses. Foto: Chris Lederer
Martin Hechinger präsentiert den neuen Kalender des Bürgervereins. Das Titelbild zeigt die Dachkonstruktion des evangelischen Gemeindehauses. Foto: Chris Lederer

Der Stammheimer Bürgerverein bringt für 2013 einen Foto-Kalender heraus. Der Band kostet 10 Euro und zeigt Innenansichten besonderer Bauwerke im Ort: Kirchen, Schule, Rathaus und JVA sind auch mit dabei.

Nordrundschau: Chris Lederer (cl)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stammheim - In der Mitte ein dunkler Ring. Drumherum reihen sich hölzerne Träger aneinander, wie Speichen eines Rades greifen sie in den Rand der Metallnabe und halten so das Dach des evangelischen Gemeindehauses am Hornemannweg. Eine Perspektive, die Besucher nur dann zu Gesicht bekommen, wenn sie in dem Gebäude in Stammheim-Süd nach oben blicken – oder auf den neuen Kalender des Bürgervereins. Dort ziert ein Foto der besagten Holzträger das Titelblatt. Für Martin Hechinger, der dem Bürgerverein vorsitzt, und den Kalender gestaltet hat, besitzt das Foto eine tiefere Bedeutung. „Alle Träger laufen auf einen Punkt zu, miteinander stützen sie das Dach, für mich symbolisiert das Bild: Gemeinsam sind wir stark.“

„Abbilden, wo öffentliches Leben stattfindet“

Hechinger geht es um das Zusammengehörigkeitsgefühl und darum, dass sich die Stammheimer mit ihrem Stadtbezirk identifizieren. Im Jahr 2008 hat er zum ersten Mal einen Fotokalender herausgebracht; der hat die alte Straßenbahn zum Thema. Es folgte 2009 ein Kalender mit Stammheimer Gebäuden, dann einer mit Straßenzügen und Plätzen. Für 2013 hat er nun einen aufgelegt, der Stammheimer Innenansichten zum Thema hat. „Es war mir ein Anliegen abzubilden und den Bürgern bewusst zu machen, wo öffentliches Leben stattfindet. Eben Räume, die den Stadtbezirk ausmachen und die in ihrer Summe Heimat bedeuten“, sagt Hechinger. „Wir meinen immer alles zu sehen, aber es ist uns nicht immer bewusst, was die Einzelteile für die Gesamtheit ausmachen.“

Zwölf Motive hat er dazu ausgewählt. Wohl fast alle Gebäude kennt man als Stammheimer von außen. Aber sicher nicht von jeden von innen. Das Januar-Blatt zeigt das Lesecafé der Stadtteilbücherei, der Februar ist eine Momentaufnahme des Neujahrsempfangs in der Schloss-Scheuer. „Ich habe mich bewusst für ein Foto entschieden, das Menschen zeigt, schließlich ist der Raum auch Ausdruck für Begegnung“, sagt Hechinger. Natürlich sei es auch ein klein bisschen Werbung für den Bürgerverein, der den Empfang organisiert, fügt er augenzwinkernd an.

Werbung für den Stadtbezirk

In erster Linie macht Hechinger aber Werbung für den Stadtbezirk. Er zeigt das Jugendhaus und das Schloss von innen, den Gemeindesaal und die Schule sowie Fotos aller Gotteshäuser, sprich der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Kirchenräume. Welche Schätze das Heimatmuseum bietet, ahnt wohl jeder, der sich das Foto für den Monat März anschaut. Und von ästhetischer Trostlosigkeit ist die Innenansicht der Justizvollzugsanstalt, passend zum Monat November. Ein Tischkicker, der dort auf dem Flur steht, scheint nicht so recht ins Bild zu passen. „Gerade das gefällt mir, dass in dieser Umgebung der Isolation plötzlich so ein Tischfußballgerät auftaucht, das für Geselligkeit steht.“ Einblicke hat nicht nur die JVA, sondern auch die Bezirksvorsteherin Susanne Korge gewährt. „Wir haben auch ein Foto von Stammheims Oval Office.“ Wer es sehen möchte, muss nur auf die Juni-Seite schauen. Und für alle, die vielleicht doch nicht genau wissen, wo sich die Innenansichten genau befinden, hat Hechinger noch ein letztes Bild im Kalender parat: Es zeigt alle dazugehörigen Gebäude – von außen.




Unsere Empfehlung für Sie