Der VfB Stuttgart hat dem Landesbeauftragten für Datenschutz fristgerecht geantwortet. Aber der Skandal um die Weitergabe von Mitgliederdaten an Dritte ist noch lange nicht aufgeklärt.

Stuttgart - Die Aufklärung der Datenaffäre beim VfB Stuttgart schreitet voran, allerdings nicht im Eiltempo. Am Montag lief die Frist für den Fußball-Bundesligisten ab, um die angefragten Unterlagen im Büro des Landesbeauftragten für Datenschutz abzugeben. Stefan Brink hatte die VfB-Führung um Stellungnahme gebeten, nachdem öffentlich geworden war, dass in den Jahren 2016 bis 2018 Zehntausende von Mitgliederdaten an Dritte ohne deren Wissen weitergegeben worden sein sollen.

Claus Vogt will erst die Mitglieder informieren

„Wir haben die Fragen des Landesdatenschutzbeauftragten fristgerecht beantwortet. Das kann ich bestätigen“, sagte Claus Vogt zu dem Vorgang. Darüber hinaus bittet der VfB-Präsident um Verständnis, dass er über Zwischenstände der Ermittlungen nicht öffentlich reden will. „Wir bleiben bei unserer Linie, dass wir zuerst unsere Mitglieder informieren, sobald uns die Ergebnisse der externen Aufarbeitung vorliegen“, erklärte Vogt.

Brink und seine Mitarbeiter werden nun die eingereichten Unterlagen sichten und prüfen. Gegebenenfalls werden sie den VfB auffordern, weitere Unterlagen nachzureichen. Das ist in solchen Fällen üblich und erfordert Zeit. Unabhängig davon sind Mitarbeiter der Berliner Kanzlei Esecon in der Geschäftsstelle der Stuttgarter unterwegs, um die Aufklärung von ihrer Seite voranzutreiben. Sie führen Befragungen durch, sichten Akten und Mails.

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Auch die ehemaligen Präsidenten Bernd Wahler und Wolfgang Dietrich haben von Esecon Post bekommen, um deren Rolle in dem Ganzen zu klären. Vogt hat Esecon beauftragt, die Datenaffäre aufzuarbeiten. Vorläufig lassen zwei langjährige Clubangestellte ihre Aufgaben ruhen. Weitere Konsequenzen könnten folgen.

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