Datenschutz Suchen im Netz ohne Google

Von Christiane Schulzki-Haddouti 

Seit dem NSA-Skandal probieren immer mehr Nutzer alternative Suchmaschinen aus. Ihr größter Vorteil ist, dass sie keine Nutzerdaten sammeln.

Eine von mehreren Alternativen zu Google ist DuckDuckGo Foto: StZ
Eine von mehreren Alternativen zu Google ist DuckDuckGo Foto: StZ

Stuttgart - Die Nachfrage nach alternativen Suchmaschinen ist deutlich gestiegen: Nachdem im vergangenen Sommer bekannt wurde, dass US-amerikanische Nachrichtendienste auch Zugriff auf Google haben, verdoppelten sich die Zugriffszahlen auf alternative Suchmaschinen. Gleichwohl steht Google noch immer mit rund 3,3 Milliarden täglichen Suchanfragen unangefochten an Nummer eins. Die Auswahl an Alternativen ist allerdings nicht eben groß – und nur ein sehr genauer Blick auf die Suchtechnik zeigt, wie sicher diese wirklich sind.

Die alternativen Suchmaschinen machen genau das nicht, wofür Google berühmt-berüchtigt ist: Daten ihrer Nutzer auf jede nur mögliche und erdenkliche Weise zu sammeln. Sie setzen außerdem verschiedene Techniken ein, um zu verhindern, dass Geheimdienste und Hacker die Nutzeraktivitäten ausspähen können. Die größte dieser Suchmaschinen ist DuckDuckGo mit derzeit vier Millionen Suchanfragen pro Tag. Das sind doppelt so viele wie noch vor den Snowden-Enthüllungen im vergangenen Sommer.

Die Suchergebnisse werden aus verschiedenen Quellen wie beispielsweise Yahoo-Search zusammengestellt. Außerdem lassen sich bestimmte Datenbanken wie etwa die Bilder bei Bing und Google, Amazon oder Wikipedia über DuckDuckGo durchsuchen. Die Suchmaschine schützt die Datenübertragung mit HTTPS-Verbindungen. Wenn ein Nutzer eine mit dem Hypertext Transfer Protocol Secure (HTTPS) verschlüsselte Website aufruft, werden die Daten zwischen dem Computer des Nutzers und dem Server der Website automatisch über einen verschlüsselten Kanal übertragen. Außerdem sammelt DuckDuckGo keine Nutzerdaten, verwendet keine Cookies, betreibt kein Tracking und gibt Suchbegriffe nicht weiter.

Auch die zwei Suchmaschinen der niederländischen Surfboard Holding profitieren vom NSA-Skandal: Startpage und Ixquick konnten ebenfalls die Zugriffe nahezu verdoppeln. Startpage und Ixquick kommen inzwischen zusammen auf täglich 4,5 Millionen Abfragen. Beide Dienste sichern ebenfalls die Datenübermittlung mit HTTPS-Verbindungen ab. Ixquick ist eine Metasuchmaschine, die private Nutzerdaten nicht erfasst. Startpage liefert anonymisierte Google-Ergebnisse. Es erfasst anders als Google keine IP-Adressen der Nutzer und verwendet auch keine Cookies. Außerdem werden keine Daten gespeichert und an Dritte weitergegeben. Ein kostenloser Service ermöglicht zudem anonymes Surfen im Netz. Ausgezeichnet wurden aus diesem Grund sowohl Startpage als auch Ixquick mit dem Europäischen Gütesiegel Europrise.

Gleichwohl gerieten diese alternativen Suchmaschinen in jüngster Zeit in die Kritik, weil sie ganz oder teilweise ihre Ser­ver in den USA betreiben. DuckDuckGo ist ein amerikanischer Suchdienst, und seine Server unterliegen US-amerikanischem Recht. Deshalb schützt der Dienst seine SSL-Verschlüsselung mit Perfect Forward Secrecy (PFS) zusätzlich. Das PFS-Verschlüsselungsverfahren gewährleistet, dass die übertragenen Daten auch rückwirkend nicht mehr entschlüsselt werden können.

Ixquick und Startpage unterhalten einige Server auch in den USA. Der niederländische Betreiber versichert jedoch, dass nur amerikanische Nutzer auf diese Server zugreifen, die dem Patriot Act unterliegen. Demnach können Sicherheitsbehörden ohne richterliche Anordnung auf diese Server zugreifen. Europäische Nutzer werden aber grundsätzlich von europäischen Servern bedient, es sei denn, technische Probleme verhindern dies. Die HTTPS-Verbindungen beider Suchmaschinen werden mit PFS gesichert und sollten damit einen wirksamen Schutz vor Ausspähung bieten.