David Abraham Eintracht-Kapitän bleibt nach Bodycheck lange gesperrt

Von red/SID 

Die lange Sperre gegen Kapitän David Abraham vom Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt bleibt bestehen. Der 33-Jährige muss bis zum Jahresende zuschauen.

David Abraham sah nach seinem Ausraster die Rote Karte. Foto: dpa/Patrick Seeger
David Abraham sah nach seinem Ausraster die Rote Karte. Foto: dpa/Patrick Seeger

Frankfurt/Main - Jetzt sollte es auch David Abraham „gecheckt“ haben. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kannte keine Gnade mit dem Kapitän des Bundesligisten Eintracht Frankfurt - der Argentinier bleibt für seine aufsehenerregende Tätlichkeit gegen Christian Streich bis zum Jahresende gesperrt. Das Gericht wies am Dienstag den Einspruch der Hessen gegen das Urteil aus der vergangenen Woche zurück.

„Natürlich liegt hier kein Fall der Fahrlässigkeit vor. Es ist ein klarer Fall des direkten Vorsatzes“, sagte der Sportgerichts-Vorsitzende Hans E. Lorenz nach der vierstündigen Verhandlung: „Er hat ihn, wie das vielleicht im Eishockey üblich ist, mit einem Bodycheck abgeräumt - nicht mehr und nicht weniger. Bewährung kann man in einem solchen Fall nicht geben.“

Abraham hatte in der Nachspielzeit der Partie beim SC am 10. November (0:1) den Freiburger Trainer Streich zu Boden gecheckt und dafür von Schiedsrichter Felix Brych (München) die Rote Karte gesehen. Für diesen Ausraster wurde der 33 Jahre alte Argentinier am vergangenen Mittwoch bis zum 29. Dezember gesperrt, dazu kam eine Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro. Kapitän der Frankfurter soll Abraham dennoch bleiben.

Die Eintracht hatte Einspruch gegen das Urteil eingelegt, „um David Abraham die Möglichkeit zu geben, sich im Rahmen eines mündlichen Verhandlungstermins vor dem DFB-Sportgericht persönlich zu dem Geschehen in Freiburg zu äußern“. Abraham hat sich bereits „in aller Form“ entschuldigt und wurde vereinsintern mit einer Geldstrafe in Höhe von 35.000 Euro belegt.

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„Ich wollte den Trainer nicht bewusst umhauen. Ich war komplett auf den Ball konzentriert und habe versucht, dem Trainer noch auszuweichen“, gab Abraham bei der Verhandlung zu Protokoll: „Mir war gar nicht bewusst, dass ich ihn umgerempelt habe. Es war nicht meine Absicht, ihm wehzutun. Ich bin mir sicher, dass so etwas nicht mehr vorfallen wird.“

Diese Einlassung kam bei Lorenz nicht gut an. Der ungehaltene Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner bezeichnete die Ausführungen sogar als „Märchenstunde“ und beantragte als Reaktion eine härtere Strafe (acht Pflichtspiele). Schiedsrichter Felix Brych (München) bewertete den Vorfall bei seiner Aussage als „vorsätzliche Aktion“. Brych gab an, dass er „so etwas im Profifußball noch nicht erlebt“ habe.

Streich spricht für Abraham

Zu Gute kam Abraham, dass Streich ihn entlastete. „Er hat die Kontrolle verloren, aber ich habe auch schon Fehler gemacht“, sagte der per Telefon zugeschaltete Trainer. Lorenz machte daraufhin klar, dass Abraham bei einer Verletzung Streichs eine wesentliche längere Sperre gedroht hätte. Auch die Tatsache, dass Abraham in der Europa League spielen darf, wertete Lorenz als Entgegenkommen in Richtung der Eintracht.

Der Freiburger Offensivspieler Vincenzo Grifo hatte sich im Anschluss an den Check gegen Streich ein Handgemenge mit Abraham geliefert und wurde dafür mit einer Sperre von drei Spielen belegt. Ihren Einspruch gegen die Sperre des 26 Jahre alte Deutsch-Italieners zogen die Freiburger bei der Verhandlung zurück.

Der „Fall Abraham“ hatte vor allem mit Blick auf die Vorbildfunktion der Profis große Brisanz. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Gewaltexzesse in den Amateurligen wurde ein Urteil mit Signalwirkung erwartet. „Das, was oben passiert, findet seine Wiederholung an der Basis“, sagte Lorenz: „Deshalb musste ein Zeichen gesetzt werden - als Abschreckungswirkung.“