Denkendorf Breite Unterstützung für Naturerlebnispfad
Denkendorf plant einen Rundkurs um die Streuobstwiesen zwischen Körschtal und A 8 mit verschiedenen Elementen und Kugelbahnen. Kostensteigerungen können aufgefangen werden.
Denkendorf plant einen Rundkurs um die Streuobstwiesen zwischen Körschtal und A 8 mit verschiedenen Elementen und Kugelbahnen. Kostensteigerungen können aufgefangen werden.
Der Schrecken war groß, als im Mai die Kostenberechnung für den geplanten Naturerlebnispfad auf dem Tisch des Denkendorfer Gemeinderats lag: Statt gut 200 000 Euro standen mehr als 350 000 Euro im Plan, den der Ostfilderner Landschaftsarchitekt Tobias von Kortzfleisch ausgearbeitet hatte. Vor allem Kostensteigerungen angesichts der geopolitischen Lage waren laut dem Bürgermeister Ralf Barth der Grund.
Um die Kosten zu reduzieren, suchte man Partner, die sich an der Herstellung und der Finanzierung beteiligen. „Wir stießen auf offene Ohren“, freut sich der Bürgermeister. Gewerbetreibende, Vereine und die Bürgerstiftung sagten ihre Unterstützung zu. Bisher seien schon mehr als 14 000 Euro an Spenden eingegangen, weitere 11 000 Euro zugesagt. Außerdem hätten Gewerbetreibende sich bereit erklärt, Ausstattungselemente oder Arbeiten auf Spendenbasis herzustellen. Auch die Planung wurde so überarbeitet, dass sich die Kosten reduzieren. So wird es beim „Schneckengässle“ keine zusätzliche Wegeverbindung geben. Verzichten wird man auch auf einen Fledermausdetektor, der die Kosten noch in die Höhe getrieben hätte – es sei denn, es findet sich auch dafür ein Sponsor.
Mit all diesen Maßnahmen konnten die Gesamtkosten auf rund 278 000 Euro verringert werden. 70 000 Euro steuert der Verband Region Stuttgart bei. Berücksichtige man die eingegangenen und zugesagten Spendengelder, reduzierte sich der Eigenanteil der Gemeinde auf rund 183 000 Euro. Mögliche Eigenleistungen des Bauhofs seien darin noch nicht eingerechnet, so Barth. Auch hätten sich weitere Unterstützer grundsätzlich bereit erklärt, das Projekt zu fördern. Im Gemeinderat gab es für die aktuelle Planung einhellige Zustimmung.
Für Barth ist die Reaktion in der Bevölkerung ein klares Signal, „dass große Teile des Ortes hinter dem Vorhaben stehen“. Wie die Unterstützung ebenfalls aussehen kann, zeigt das Engagement der örtlichen Kindergärten, die bereits jetzt anfangen, Kastanien und Zapfen für den Barfußpfad zu sammeln.
Die knapp drei Kilometer lange Strecke des Naturerlebnispfads, der für alle Generationen einen unterhaltsamen und lehrreichen Weg bieten will, führt durch die Streuobstwiesen im Körschtal und soll Teil des Landschaftsparks Filder werden. An elf Stationen können sich die Besucher informieren, rasten und sich spielerisch oder sportlich betätigen. Vor allem Kugelbahnen in verschiedener Ausprägung sollen den Spaziergang für Jung und Alt unterhaltsam machen. Wiederkehrende Elemente wie Infotafeln unter anderem zu Fauna, Flora und zur Geschichte Denkendorfs gehören ebenso dazu wie Wegweiser, Sitzbänke oder Stationen mit einem Kugelquiz zu Themen wie Tiere, Bäume oder die Körsch.
Start und Endpunkt des Rundkurses ist beim CVJM-Vereinshaus. Dort kann man sich an einem Kugelautomat, der nach dem Prinzip von Kaugummiautomaten funktioniert, Holzkugeln kaufen, die man dann auf den Kugelbahnen entlang des Weges einsetzt. Auch Fahrradabstellplätze und Infotafeln sieht das Konzept vor. Zudem sollen die Streuobstwiesen einbezogen werden. An den weiteren Stationen sind eine Himmelsschaukel, eine große Holzliege, ein Barfußpfad und eine kleine Beobachtungsplattform geplant. Es gibt außerdem Balancier- und Klettermöglichkeiten, Trampoline sowie Wasserspiele.
Hinsichtlich der Unterhaltungskosten geht die Gemeindeverwaltung laut Ralf Barth davon aus, dass diese sich im üblichen Rahmen wie etwa bei Spielplätzen bewegen. Bereits heute würden Bereiche, in denen der zukünftige Erlebnispfad liegt, teilweise mehrmals wöchentlich kontrolliert und bei Bedarf gereinigt. Künftige Reinigungsfahrten des Bauhofs ließen sich daher mit überschaubarem Mehraufwand in die bestehende Tour integrieren.