Denkmal-Tag im Kreis Ludwigsburg Alte Stadtwache zieht wieder auf

Auf dem Hohenasperg werden Führungen für Groß und Klein angeboten. Foto: Werner Kuhnle

Der Tag des offenen Denkmals gewährt am Sonntag wieder einen Blick hinter die Kulissen. Auch im Landkreis Ludwigsburg ist viel geboten. Eine Auswahl.

Ludwigsburg: Andreas Hennings (hen)

In Ludwigsburg steuert ein kostenloser Buspendelverkehr von 10 bis 18 Uhr Uhr vom ZOB, Halt  1, aus alle Stationen an. Der Fahrplan ist auf www.ludwigsburg.de/denkmal aufrufbar.

 

Die Eröffnung für Ludwigsburg steigt um 11 Uhr im Alten Stadtbad, Alleenstraße 20, in dem auch Führungen angeboten werden. Das Gebäude wird neu genutzt. „Ein besonderer Ort, eine außergewöhnliche Idee, ein mutiger Gemeinderat und viel Herzblut von den Fachbereichen Hochbau und Gebäudewirtschaft sowie Bildung und Familie: So wurde aus dem leerstehenden Saunabereich ein unverwechselbarer Jugendtreff“, sagt Bürgermeisterin Andrea Schwarz. Den Charme und die besondere Atmosphäre könnten ein Neubau nicht bieten. Das Tauchbecken wurde zur Sitzinsel, die Trennwand zum Kaltwasserbereich zur Bar.

Einblick in die Welt des Films

Geöffnet haben die erhaltenen Torhäuser in der Stadt. Am Asperger Torhaus zieht nach mehr als 200 Jahren die Stadtwache auf. Die Historiengruppe „Württembergische leichte Garde-Jäger 1782“ wird in ihren Uniformen den Verkehr kontrollieren. Die Dauerausstellung im Garnisonsmuseum zeigt „Soldaten, Regimenter und Kasernen“, die Sonderausstellung hat den Titel „Alt-Württemberg – Auf Spurensuche in der Gesellschaft und Militär“. Das Aldinger Torhaus beherbergt das Kinderfilmhaus Ludwigsburg und gibt Einblick in die Welt des Animations- und Realfilms. Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg geben Auskunft.

Im Schorndorfer Torhaus führen Mitglieder des Fördervereins Zentrale Stelle durch die Ausstellung „Die Ermittler von Ludwigsburg“ und informieren über die Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen. Auch die mögliche Zukunft der Einrichtung als Ort des Erinnerns, Lernens und Begegnens ist Thema. Und im Pflugfelder Torhaus stellt der junge Ludwigsburger Künstler Hakim Karl aus: „Was denken die sich eigentlich dabei? Absurde Begründungen für negative Ein-Stern-Bewertungen zu Ludwigsburger Gebäuden“. Der Künstler illustriert in aquarellierten Zeichnungen die Gebäude und Plätze und stellt abschätzige Original-Bewertungen aus dem Internet daneben.

In der Friedenskirche steht die Walcker-Orgel im Mittelpunkt: mit kurzen Konzerten, Einblicken und der Gelegenheit, selbst kurz zu spielen. Interessierte können „auch erleben, dass das Instrument dringend restauriert werden muss“, heißt es in der Ankündigung. Wie in der evangelischen Stadtkirche und der Katharinenkirche Eglosheim kann der Kirchturm bestiegen werden.

Hoch hinaus geht’s auch zum Hohenasperg in Asperg, auf dem vier Führungen angeboten werden. Um 11 Uhr heißt es „Angetreten“, wenn Marius Hubel als Friedrich Wilhelm Beyhl, Offizier der Torwache in der Zeit um 1848, von den großen Geschichten des Gefängnisses plaudert. Um 14  Uhr folgt die Geschichte der Festungsanlage, wobei auch die sonst verschlossenen Kasematten und der Schubartturm besichtigt werden. Ebenfalls um 14 Uhr startet die Führung für Kinder ab acht. Und um 15 Uhr wird durch die Ausstellung „Hohenasperg. Ein deutsches Gefängnis“ geführt, samt Überblick über Inhaftierungen. Diese Führung ist frei, zu den anderen ist eine Anmeldung nötig. Infos auf www.asperg.de unter „Kultur und Freizeit“.

Alte Schleiferei nimmt Betrieb auf

In der Hohensteiner Schleifmühle, Kirchheimer Straße 120 bei Bönnigheim geht die Schleiferei in Betrieb und es finden Führungen statt. Das Gebäude wird derzeit mit viel Verstand und Einfühlungsvermögen renoviert, die Schleifwerkstatt bleibt erhalten. In der 1534 erwähnten Mühle erfolgte der Antrieb durch ein 3,50 Meter hohes Wasserrad.

Die Kostbarkeit der Kilianskirche in Bissingen stellt um 14 Uhr Thomas Reusch-Frey vor: Dazu zählen die vollständige Innenausmalung, die Konstruktion des Dachstuhls mit dem geflößten Holz, die Glockenstube und die mittelalterliche Handwerkskunst.

Einzigartiges im Rampenlicht

Aktionstag
 Der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordinierte Tag des offenen Denkmals ist die größte Kulturveranstaltung in Deutschland und findet 2023 zum 30. Mal statt. Tausende Denkmale öffnen am 10. September und laden dazu ein, kulturelles Erbe zu erleben. Infos zu allen Veranstaltungen, zu den Uhrzeiten und teils notwendigen Anmeldungen finden sich auf www.tag-des-offenen-denkmals.de .

Jahresmotto
 Mit dem diesjährigen Motto „Talent Monument“ werden die einzigartigen Eigenschaften und Qualitäten der Denkmale ins Rampenlicht gestellt. Die Frage dabei: „Was macht ein Denkmal zu einem Denkmal?“ Das führt zur Bedeutung jedes historischen Schatzes – seinem Talent. Doch um dieses zu würdigen, bedarf es neben Fachleuten auch einer gesellschaftlichen Akzeptanz und Begeisterung für Kultur. hen

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