Wer gedacht hatte, die Deutsche Bank könne jetzt ohne weiteren Druck die massiven Probleme bei der Postbank beheben, der sieht sich nun getäuscht. Vielmehr wächst die Ungeduld der Bankenaufsicht weiter an. Nach einer Rüge auf ihrer Internetseite und öffentlichen Mahnungen von Bafin-Chef Branson in einem Interview wird nun ein Aufpasser für die Deutsche Bank installiert.
Wenig Vertrauen in die Deutsche Bank
Sonderbeauftragte einzusetzen, ist für die Bafin nicht ungewöhnlich – dass es die führende Bank des Landes trifft, ist einzigartig. Offenbar mangelt es der Bafin am Vertrauen, dass die Deutsche Bank sich ernsthaft an die rasche Lösung der Probleme macht, obwohl Vorstandschef Sewing doch Besserung gelobt hatte. Allerdings hatte sich die Bafin auch reichlich Zeit gelassen, bis sie öffentlich Position bezog. Letztlich waren die verzweifelten Stimmen der Kundinnen und Kunden nicht mehr zu überhören – sie muss jetzt durchgreifen.
In der Zentrale der Deutschen Bank sollten nun erst recht die Alarmglocken schrillen. Denn der hohe Personalaufwand, mit dem in kürzester Zeit die Probleme beseitigt werden müssen, wiegt vielleicht weniger schwer als der Imageschaden, den die Deutsche Bank derzeit erleidet. Wer will der Postbank derzeit noch sein Geld anvertrauen? Und interessiert sich deren Mutter nicht ohnehin nur für betuchte Businesspartner? Da könnte schnell verallgemeinert werden.
Wenn man bedenkt, wie viele Skandale, Rechtsbrüche oder Fehler die Deutsche Bank allein in den vergangenen zehn Jahren vermitteln musste, so stimmt es sehr bedenklich, dass dies die Vorzeigebank des Wirtschaftsstandorts Deutschland sein soll. Auch Sewing schafft es offenbar nicht, die Zeit der schlechten Nachrichten zu beenden.