Diakonissenplatz in Stuttgart-West Grüne Oase mit Bunkerzugang

Von Christoph Kutzer 

Die Umgestaltung des Diakonissenplatzes rückt in greifbare Nähe. Die Jugendverkehrsschule ist bis August 2020 weg. Die Zugänge zum Bunker sollen erhalten bleiben.

Die Jugendverkehrsschule wird bald umziehen. Foto: Christoph Kutzer
Die Jugendverkehrsschule wird bald umziehen. Foto: Christoph Kutzer

S-West - Leitkegel liegen auf einer Fahrbahn. Schilder lenken das Fahrverhalten an Kreuzungen. Noch ist der Diakonissenplatz zwischen Rosenberg- und Forststraße umzäunt und von der Präsenz der Jugendverkehrsschule geprägt. Bis August 2020 soll diese an den Birkenkopf umgezogen sein. Dann kann die Umgestaltung zum Park in Angriff genommen werden. Ruhe und Sport, Seniorenoase und Spielfläche für Kinder – der Entwurf des Landschaftsarchitekten Tobias Mann stellt einen neuen Ort der Begegnung in Aussicht. Bei der Präsentation seiner Entwürfe im Bezirksbeirat West kreiste die Diskussion, wie schon im Mai, nicht zuletzt um den Umgang mit den Zugängen zum Bunker unter dem Gelände.

Noch keine Interessenten für den Südbunker

Bernhard Kirchmaier vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt stellte die aktuellen Überlegungen vor, die beiden Abgänge im Norden samt Einhausung zu erhalten und in die künftige Grünanlage zu integrieren. Da der Nordteil des Bunkers konkret für eine kulturelle Nutzung vorgesehen ist, werden diese unmittelbar benötigt. Ob im Südbunker Proberäume entstehen werden, ist hingegen offen. Noch gibt es keine Interessenten für entsprechende Investitionen. Man gehe im Moment davon aus, die Zugänge dort mit Bodenplatten zu verschließen, so Kirchmaier. Roland Stricker (CDU) wäre es lieber, auch hier die vorhandenen Einlässe zu erhalten. Nicht zwingend mitsamt der käfigartigen Umbauung, aber ohne Verschluss. Seine Befürchtung: Im Bedarfsfall könnte es umständlich und kostspielig werden, Bodenplatten wieder zu entfernen. „Wir denken nicht an Beton, sondern an eine Metallplatte, die nicht besonders dick sein wird, da sie nicht überfahren werden muss“, präzisiert Kirchmaier seine Vorstellungen. Gerhard Ebertshäuser (Grüne) ist sich sicher, von einer solchen Lösung profitiere im Parkzusammenhang auch die Allgemeinheit mehr als vom Weiterbestehen der originalen Aufbauten.

Neue, widerstandsfähige Baumarten

Seinen Parteikollegen Bernhard Mellert beschäftigt der Erhalt des Baumbestands. Von 73 vorhandenen Bäumen sollen 40 fallen. Zum Ausgleich sind 55 Neupflanzungen vorgesehen. Grund für die Fällungen ist der schlechte Zustand vieler Laubgewächse. „Es gibt zahlreiche Faktoren, die zu diesen Schäden geführt haben“, beantwortet Bernhard Kirchmaier Mellerts Nachfrage. Das Stadtklima sei ebenso involviert, wie Bodenversiegelung und das Alter des Bestandes. Bei den Neupflanzungen orientiere man sich an einer Empfehlungsliste für besonders widerstandsfähige Baumarten. Andrea Teicke (Stadtisten) kann mit ihrer Idee, Obstbäume zu integrieren, nicht punkten. „Erfahrungsgemäß werden sie regelrecht massakriert“, merkt Kirchmaier an. „Schon unreifes Obst wird rücksichtslos abgerissen. Wir haben damit keine guten Erfahrungen gemacht.“ Hingegen soll der neue Park Raum für Urban Gardening bieten.

Skeptisch stehen die Vertreter der Stadt auch der Idee gegenüber, anstelle des vorgesehenen Trinkwasserbrunnens im schlichten Kübeldesign einen Brunnen mit mehr Schauwert zu schaffen. Andreas Huber (FDP) etwa schlägt vor, man könne gestalterisch an die markante alte Verkehrskanzel erinnern, die an den neuen Standort der Verkehrsschule versetzt werden soll. Brunnen seien teuer und wartungsintensiv, warnt Kirchmaier. Mit dem Budget, das für das Projekt zur Verfügung stehe, sei dieser Posten nicht zu stemmen.

Nach einem einstimmigen Votum des Gremiums für jene Entwurfsvariante, die eine Erhaltung aller Bunkerabgänge, im Süden mit Abdeckelung, vorsieht, verlieh Bezirksvorsteher Reinhard Möhrle der Hoffnung auf eine rasche Umsetzung der Pläne Ausdruck: „Es wäre schade, wenn auf dem Areal nach dem Umzug der Jugendverkehrsschule erst einmal nichts nachkommt.“

Sonderthemen