Die Beachvolleyballerinnen Borger und Büthe Der Trainer mag klare Worte

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Der Serbe Veckov gibt dem Beachvolleyball-Projekt die Struktur. In den Trainingseinheiten, aber vor allem während der Turniere. Eineinhalb Stunden vor jedem Spiel setzt der Coach eine Besprechung an. Veckov, der alle Gegnerinnen stundenlang auf Videos genau analysiert hat, gibt dann die Taktik vor. Wie können die besten Schläge der Kontrahentinnen verhindert werden? Was tun diese in welcher Situation am liebsten? Auf wen soll aufgeschlagen werden? Welche Überraschungen sind möglich? Taktik ist im Beachvolleyball enorm wichtig.

Veckov ist ein Trainer, der genau erkennt, was gut und schlecht gelaufen ist. Und er ist ein Freund deutlicher Worte, wenn er kritisiert: „Was zu sagen ist, muss auch gesagt werden“, erklärt Veckov, während er in der Sonne von Hamburg seine Baseballmütze zurechtrückt. Er schätzt an seinen Schützlingen nicht nur deren technisches Können und taktisches Geschick: „Beide sind sehr harte Arbeiterinnen. Und sie wollen immer noch lernen und besser werden, in jedem Training, in jedem Spiel.“

Das weiß auch Christian Heiss. Er ist nicht oft bei Turnieren dabei, umso wichtiger ist es für ihn, in Hamburg jeden Schritt von Borger und Büthe zu beobachten und viel mit ihnen zu reden. Die Athletinnen schwärmen in höchsten Tönen von ihrem Mentaltrainer, der wiederum froh ist, dass sie so empfänglich sind für das, was er ihnen vermitteln will. Wie funktioniert der Kopf in Drucksituationen? Wie lernt man, vor einem Spiel den optimalen Spannungszustand zu erreichen? Wie kann die richtige Kommunikation ein Match entscheiden? „Karla und Britta sind zwei mental stabile Athletinnen“, sagt Heiss, „sie haben die Überzeugung entwickelt, nur gemeinsam erfolgreich sein zu können. Dies führt zu einem großen Zusammenhalt auf dem Feld, egal ob es gut oder schlecht läuft.“ Es ist eine Stärke, die sie von anderen Beach-Duos abhebt.

Sie können sich auf ihre Nervenstärke verlassen

Das ist auch in Hamburg zu sehen. Obwohl Borger und Büthe die ersten drei Duelle in der Vorrunde am Mittwoch und Donnerstag gewinnen, klappt spielerisch nicht immer alles. Doch je enger das Ergebnis ist, umso mehr sprechen die beiden miteinander, umso lautstarker feuern sie sich an, umso größer wird die gegenseitige Unterstützung, umso ausgelassener jeder Punkt bejubelt. Sie wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können, und auch auf ihre Nervenstärke. „Wir haben unser eigenes kleines Start-up-Unternehmen gegründet, und wir genießen es, dass es nur auf uns selbst und unser Umfeld ankommt. Das bedeutet für uns Freiheit“, sagt Büthe. Und Borger fügt hinzu: „Deshalb verspüren wir in engen Spielen auch keinen Druck. Es ist für uns ein Antrieb, alles selbst regeln zu können.“

Dazu gehört auch, sich aus jedem Hotelzimmer der Welt eine kleine Entspannungsoase zu bauen. Zuerst schieben Borger und Büthe stets die Betten möglichst weit auseinander. So viel Distanz muss sein. Auch im noblen Grand Elysée am Hamburger Dammtor, das die Organisatoren für die Spieler gebucht haben. Ansonsten herrscht geordnetes Chaos. Überall liegen Sportutensilien herum, es riecht nach Sonnenöl. In der Ecke lehnt die Ukulele, auf der sich die beiden gegenseitig die paar Lieder vorspielen, die ihr Repertoire hergibt. In einem Regal stehen Kniffel und Uno, auf dem Tisch liegen Autogrammkarten und Stifte, daneben ein Buch mit dem Titel „Das Achtsamkeits-Malbuch“, mit dem sie einen Teil ihrer Kreativität ausleben. Noch wichtiger zur Ablenkung und Kommunikation sind die Handys und Tablets – und W-Lan, was schon mal zu einem Problem werden kann. Vor allem abends, wenn alle Spieler von der Turnieranlage zurück im Hotel sind und selbst das stabilste Netz mal in die Knie geht.

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