Die Bücherbörse Stuttgart Secondhand-Bücher für Schulen in Afrika

Nathalie und Leethicia sind Mitbegründerinnen der Bücherbörse Stuttgart. Quelle: Unbekannt 2 Bilder
Nathalie und Leethicia sind Mitbegründerinnen der Bücherbörse Stuttgart. Quelle: Unbekannt

Die Bücherbörse Stuttgart ist ein Verein, der mit dem Verkauf gebrauchter Bücher den Bau von Schulen in Afrika finanziert. Unsere Autorin hat sich mit Leethicia und Nathalie von der Bücherbörse getroffen, um alle Details zu erfahren.

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Stuttgart - Schon länger wurde gemunkelt, jetzt gibt der Verein „Bücherbörse Stuttgart“ richtig Gas. Wir haben uns mit Leethicia und Nathalie von der Bücherbörse Stuttgart im 0711 Büro getroffen. Sie haben uns von ihrer Motivation, ihrem Team und vom Bau der Schulen in afrikanischen Ländern erzählt.

Die Idee der Stuttgarter Bücherbörse stammt ursprünglich aus Köln. Dort gibt es bereits seit 2012 eine Bücherbörse, die als Studentenprojekt angefangen hat. Durch deren Einnahmen konnten bisher bereits 15 Schulen in Malawi, Tansania und Kenia gebaut werden. Als neuer Ableger der Bücherbörse organisieren Nathalie und Leethicia jetzt in Stuttgart Events, bei denen gebrauchte Bücher, aber auch Platten zum guten Zweck verkauft werden. Außerdem soll es eine Tombola, Live-Musik und Kinoprogramm geben. Der Erlös wird dann für den Bau von Schulen in verschiedenen afrikanischen Ländern genutzt.

Trotz Corona aktiv werden!

Momentan werde ein Verkaufsevent geplant, das im Rahmen der sich stets wandelnden Coronapandemie stattfinden kann, erzählt Leethicia. Man hoffe, dass es gegen Ende des Sommers so weit ist. Bis dahin gibt es noch andere Ideen, mit denen Geld für das Projekt gesammelt werden kann. Aktuell stehen Yogastunden und Konzerte als Ideen im Raum. Aber auch prominente Schirmherren stehen in der Pipeline, nähere Informationen folgen!

Was passiert hinter den Kulissen?

Das Stuttgarter Team besteht im Kern aus elf Personen, die aus verschiedenen Bereichen kommen. Sie alle sind ehrenamtlich bei der Bücherbörse tätig und investieren ihre private Zeit in das Herzensprojekt. In Köln besteht das Team mittlerweile aus vierzig Leuten und auch in Stuttgart gibt es Potenzial zum Wachstum. Grundsätzlich gebe es immer Bedarf an helfenden Händen, erzählt Leethicia, vor allem bei der Büchersammlung und Sortierung. Außerdem hätten sie stets Interesse an Kooperationen mit Verlagshäusern oder anderen Firmen, die Bücher spenden können.

„Wir wollen, dass hundert Prozent vom Erlös an die Schulen gehen“

Um eine Schule zu bauen, müsse man ungefähr 40.000 Euro in die Hand nehmen. Über NGO Ansprechpartner:innen und private Kontakte vor Ort, würde der Bau der Schulen anschließend organisiert und umgesetzt werden. Dazu sei es essentiell, über die Lage vor Ort im Bilde zu sein, denn dazu benötigt es laut Leethicia mehrere Grundfaktoren: „Der Staat muss Lehrer:innen zur Verfügung stellen können, es sollte auch eine Infrastruktur und fließend Wasser geben.“ Die Bücherbörse baut dann eine Schule und der jeweilige Staat erhält diese aufrecht – meist fehlt es nur an Geld für den Bau. Trotzdem helfen Schulen nicht jedem Kind vor Ort. Kinder sind in ärmeren Familien manchmal mitverantwortlich für das Einkommen. "Gehen diese Kinder jedoch zur Schule, fallen diese Einnahmen weg. Manche Familien können sich das nicht leisten", berichtet Leethicia. 

Es gibt viel voneinander zu lernen

Von dem Projekt Bücherbörse können wir Stuttgarter:innen viel lernen, auch wenn sich Leethicia und Nathalie nicht in der Verantwortung sehen, Menschen über den Kontinent Afrika und dessen Länder aufzuklären: „Das Leben in afrikanischen Ländern ist einfach ein anderes Leben, aber es ist nicht das, was man im Fernsehen sieht!“ Dafür müsse einfach ein Bewusstsein da sein. Wichtig ist ihnen auch, dass keine Bilder von armen Kindern im Zusammenhang mit der Bücherbörse zu sehen sind. Vielmehr soll die extreme Wertschätzung von Bildung gezeigt werden, die in Deutschland meist nicht mehr vorhanden ist. Für Nathalie steht das Recht auf Bildung im Vordergrund: „Als ich klein war, wollte mein Vater wieder zurück nach Afrika gehen. Ich überlege mir oft, wie das dann gewesen wäre.“ Man lerne einfach dankbar zu sein für das, was man hat. Denn wo man auf die Welt komme sei Glücksache, reiner Zufall. „Was ich ganz wichtig finde ist, dass man nicht dieses Bild von Afrika hat, als Kontinent, in dem es keine Bildung gibt. Städte wie Accra sind zum Beispiel super weit!

Dennoch sei die Bücherbörse ein gutes Projekt für Menschen, die sich für den Kontinent Afrika interessieren. Essentiell ist es, dass man Afrika und seine Länder nicht als bemitleidenswert ansieht, denn es ist wichtig von einseitigen und negativen Darstellungen wegzukommen sowie das Potential und die Chancen zu sehen.

Alle Infos zur Stuttgarter Bücherbörse findet ihr hier >>>




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