Die Bürgermeisterwahl in Aichwald ist entschieden Fulminanter Sieg für Jarolim in Aichwald

Von  

Schon im ersten Wahlgang hat sich Andreas Jarolim klar vor seinen Mitbewerbern durchgesetzt

Er hat es geschafft, auch wenn die Arbeit jetzt erst anfängt: Der frischgebackene Bürgermeister Andreas Jarolim mit seiner Lebensgefährtin Katharina Türk. Foto: Ines Rudel
Er hat es geschafft, auch wenn die Arbeit jetzt erst anfängt: Der frischgebackene Bürgermeister Andreas Jarolim mit seiner Lebensgefährtin Katharina Türk. Foto: Ines Rudel

Aichwald - Genau um 18.59 Uhr brandete im Rathaus Aichwald der Applaus auf. Zu diesem Zeitpunkt verkündete die Videoprojektion, dass alle Wahlbezirke ausgezählt seien. Nur in einem einzigen Bezirk war der 34-jährige Konzessionsmanager Andreas Jarolim (CDU) unter 50 Prozent geblieben. Der Sieger und neue Bürgermeister konnte es kaum glauben. „Ich bin echt überwältigt“, sagte er nur.

Etwa 200 Aichwalder waren in das Rathaus nach Schanbach gekommen, um die Wahl mitzuverfolgen. Die Wahlbeteiligung betrug 65,3 Prozent, ein relativ hoher Wert. Dass das Interesse groß war, zeigte schon die von der „Eßlinger Zeitung“ veranstaltete Podiumsdiskussion Ende Februar. Damals waren etwa 1200 Bürger der rund 7600 Einwohner zählenden Flächengemeinde auf dem Schurwald zusammen gekommen, um die Riege der Kandidaten zu begutachten.

Immer mehr Unentschlossene schwenkten um

Zunächst waren es neun Kandidaten, die die Nachfolge von Nicolas Fink antreten wollten. Zwei hatten dann ihre Kandidatur zurückgezogen, standen aber noch auf dem Stimmzettel. „Ich wusste lange nicht, wie ich mich entscheiden sollte“, sagte eine Bürgerin am Sonntag im Rathaus. Viele in der Gemeinde hätten ihr dazu geraten, „irgendeinen Namen“ draufzuschreiben, denn es gebe sowieso einen zweiten Wahlgang. Aber in den letzten Tagen vor der Wahl seien immer mehr Unentschlossene auf Andreas Jarolim umgeschwenkt.

Der hatte einen intensiven Wahlkampf geführt: Etwa 500 Hausbesuche hatte er gemacht. Er warf in jeden Briefkasten sein Wahlprogramm und plakatierte in allen fünf Teilorten der Gemeinde auf dem Schurwald. Aber so richtig habe er es nicht geglaubt, dass er es schon im ersten Wahlgang schaffen werde, sagte er.

Unterstützt hat ihn seine Lebensgefährtin Katharina Türk, die am Wahlabend mit ins Rathaus gekommen war. Jarolims Vorgänger, Nicolas Fink (SPD), hatte schon Anfang des Jahres sein Amt abgegeben, um der Nachfolger von Wolfgang Drexler (SPD) im baden-württembergischen Landtag zu werden. Die Geschäfte der Gemeinde hatte in der Zwischenzeit der stellvertretende Bürgermeister Volker Haug geführt, der in den letzten Monaten neben seiner Tätigkeit im Innenministerium ziemlich ausgelastet war.

Ein fairer Verlierer

Er war es auch, der um 19.10 Uhr, noch bevor der Gemeinde-Wahlausschuss das Ergebnis amtlich feststellte, den frischgebackenen Bürgermeister und seine Lebensgefährtin beglückwünschte. „Im Namen der Gemeinde Aichwald, der Bürger und des Gemeinderates gratuliere ich Ihnen zu diesem Wahlsieg“, sagte er und fügte noch hinzu, er sei froh, dass es keinen zweiten Wahlgang geben werde: Zum einen könne er seinen Stellvertreterposten schneller abgeben, zum anderen spare man die Kosten einer weiteren Wahl.

Jarolim hat 52,4 Prozent aller Stimmen auf sich vereinigt. An zweiter Stelle steht der Aichtaler Bürgermeister Lorenz Kruß mit 25,5 Prozent. Drittplatzierter war Marc Oliver Schweizer mit 8,9 Prozent. Kruß zeigte sich als fairer Verlierer: „Das ist Demokratie. Die Aichwalder wollten einen jungen Bewerber von außerhalb, das war offensichtlich.“ Dieser junge Bürgermeister muss in den nächsten Tagen mit seinem Arbeitgeber, der Netze BW, verhandeln, wann er seine Tätigkeit dort aufgeben kann. Auch wenn der strapaziöse Wahlkampf nun vorbei ist, ist Jarolim klar: „Die Arbeit fängt jetzt erst an.“