Die Jury der Berlinale Drei Frauen, drei Männer: Sie vergeben Goldene Bären

Von red/dpa 

In ihrem riesigen Programm stellt die Berlinale vom 15. bis zum 25. Februar auch viele kleine Filme vor. Aber das Hauptaugenmerk liegt auf dem Internationalen Wettbewerb: Hier können wichtige Preise gewonnen werden. Wir stellen die sechsköpfige Jury vor, die 2018 über Sieger und Verlierer entscheidet.

Die Berlinale Jury, im Uhrzeigersinn von links oben: Tom Tykwer, Adele Romanski, Cécile de France, Ryuichi Sakamoto, Stephanie Zacharek und Chema Prado Foto: AFP
Die Berlinale Jury, im Uhrzeigersinn von links oben: Tom Tykwer, Adele Romanski, Cécile de France, Ryuichi Sakamoto, Stephanie Zacharek und Chema Prado Foto: AFP

Berlin - Drei Frauen und drei Männer entscheiden bei der diesjährigen Berlinale über die Vergabe der begehrten Bären-Preise. 19 Filme sind von Donnerstag an bei einem der wichtigsten Filmfestivals weltweit im internationalen Wettbewerb zu sichten, am 24. Februar werden die Auszeichnungen vergeben. Das sind die Mitglieder der Internationalen Jury, die der Festivalchef Dieter Kosslick an die Spree geholt hat:

Jurypräsident Tom Tykwer (52) ist einer der bekanntesten deutschen Filmemacher. Seinen internationalen Durchbruch feierte er 1998 mit dem Liebesthriller „Lola rennt“. Weitere wichtige Arbeiten sind „Das Parfüm“, „The International“ und - in Zusammenarbeit mit den Geschwistern Wachowski - „Cloud Atlas“ (2012). Der vielfach ausgezeichnete Regisseur ist auch als Drehbuchautor, Filmkomponist und Produzent tätig. Zuletzt war er einer der Regisseure der hochgelobten Serie „Babylon Berlin“.

Cécile de France (42) begann schon als Kind mit dem Theaterspiel. Zu den bekanntesten Filmen der belgischen Schauspielerin gehören die Erfolgskomödie „L’auberge espagnole“ (2002), die Hollywood-Produktion „In 80 Tagen um die Welt“ und „Hereafter“ von Clint Eastwood. Bei der Berlinale war sie zuletzt 2017 im Eröffnungsfilm „Django“ zu sehen. 2003 wurde sie beim Festival als europäischer Shooting Star geehrt.

Chema Prado (Jg. 1952) hat sich als langjähriger Direktor des spanischen Filmarchivs Filmoteca Espanola einen Namen gemacht. 1976 begann der studierte Architekt und Innenarchitekt dort als Programmleiter, 2016 schied er nach 26 Jahren als Chef aus. Er war schon mehrfach in internationalen Filmjurys vertreten, unter anderem in Cannes, Locarno und Venedig. Als Fotograf stellt Prado in zahlreichen Galerien und Museen aus.

Experten aus Kritik, Musik und Produktion

Adele Romanski (35) ist eine der wichtigsten Produzentinnen des amerikanischen Independent-Kinos. Der letztjährige Oscar- und Golden-Globe-Gewinner „Moonlight“ von Barry Jenkins entstand unter ihrer Federführung. Auch bei David Robert Mitchells „The Myth of the American Sleepover“ (2010) und dem Sundance-Beitrag „Morris aus Amerika“ (2016) zeichnete sie für die Produktion verantwortlich. Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Filme von Jenkins und Mitchell ins Kino kommen.

Ryuichi Sakamoto (66) gehört zu den vielseitigsten zeitgenössischen Komponisten. Der japanische Oscar-, Golden Globe- und Grammy-Preisträger hat über ein Dutzend Solo-Alben herausgebracht. Er schrieb mehr als 30 Soundtracks für Regisseure wie Bernardo Bertolucci, Pedro Almodóvar, Brian de Palma und Alejandro Gonzáles Inárritu. Er engagiert sich für soziale und ökologische Anliegen und unterstützt die Opfer der Erdbebenkatastrophe von Fukushima.

Stephanie Zacharek (54) ist seit 2015 Filmkritikerin des renommierten US-Nachrichtenmagazins „Time“. Zuvor arbeitete sie Jahrzehnte für Blätter wie die „New York Times“, die „Los Angeles Times“, den „New Yorker“ und „Rolling Stone“. 2015 kam sie beim Pulitzer-Preis in der Sparte Kritik in die Endrunde. Sie sitzt regelmäßig in Jurys für Filmpreise. Bei der Berlinale hat sie bereits mehrfach an Veranstaltungen teilgenommen.