Die Kooks in der Porsche-Arena Wohlfühl-Britpop

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Die Kooks haben in der Stuttgarter Porsche-Arena gespielt. Das Britpopquartett präsentierte dabei seinen Wohlfühl-Britpop.

Sehr elegant: der Sänger und gitarrist Luke Pritchard Foto: Oliver Willikonsky / Lichtgut
Sehr elegant: der Sänger und gitarrist Luke Pritchard Foto: Oliver Willikonsky / Lichtgut

Stuttgart - Die Tribünen sind zwar abgehängt, die Porsche-Arena ist am Freitagabend beim Konzert der Kooks dennoch ordentlich besucht. Eine überaus üppige Bühnenstaffage hat das britische Quartett jedoch nicht dabei. Ein samtroter Vorhang im Hintergrund, davor eine Showtreppe im Mikroformat, nämlich nur aus zwei Stufen bestehend, dazu die sich unprätentiös gebende Band.

Das aktuelle Album von ihnen ist schon seit acht Monaten auf dem Markt, so gesehen besteht kein übermäßig großer Druck, es ausgiebig vorzustellen. Und das tun die Kooks auch nicht. Kreuz und Quer geht es durch ihr bisheriges Schaffen, mit allerlei Ansagen des Frontmanns Luke Pritchard garniert, begünstigt durch die im Schnitt immer nur drei Minuten langen Songs gibt es so durchaus viel Abwechslung.

Aber auch wenn zwischendurch mal ans E-Piano gewechselt wird: der Duktus der rund zwanzig Stücke des Abends ist relativ gleichförmig. Die Kooks servieren Britpop der Wohlfühlsorte. Dass sie jemals ein Hotelzimmer demolieren oder sich bis aufs Blut zanken würden wie die beiden Gallagher-Brüder von Oasis, scheint undenkbar. Überhaupt: die Britpopüberväter von Oasis kommen einem zwischendurch in den Sinn, die Arctic Monkeys gewiss auch – beides Bands aus der gleichen Ecke, die dann doch den gewissen Haken mehr in ihren Songs haben, das Quäntchen mehr Raffinesse als die Kooks, die ihre überhaupt sehr radiotauglichen Songs bei gutem Klang sehr routiniert und sehr nah dran am Originalsound der Alben spielen. „Let’s go Sunshine“ heißt ihr aktuelles Album, der Titel wirkt fast sinnbildlich. Jederzeit freundliche, fast schon ein wenig arglose Musik spielen sie, mehr heiter als wolkig, ohne sich in der 15-jährigen Bandgeschichte nennenswert fortentwickelt zu haben, freilich auch ohne sich dem Zeitgeist andienen zu müssen. Was so gesehen ja auch sympathisch ist.

Und so zieht anderthalb Stunden lang ein jederzeit ordentliches und gut anhörbares, allerdings auch nicht wahnsinnig mitreißendes Konzert vor einem gut gestimmten, allerdings auch nicht in Ekstase ausbrechendem Publikum vorbei.