Die Linke versucht, parteiinterne Baustellen zu schließen und setzt auf die Option Rot-Rot-Grün. Im Straßenwahlkampf wird klar, warum ihr die Kampagnen der CDU eher nutzen.

Berliner Büro: Norbert Wallet (nwa)

Freiberg/ Weimar - Über Dietmar Bartsch ist alles ziemlich grau. Manchmal regnet es. Vor dem Schlossplatz in Freiberg, Mittelsachsen, ist eine kleine Bühne aufgebaut. Ein paar Tische und Bänke davor, ein kleines Zelt zum Schutz vor den Tropfen. Der linke Spitzenkandidat ist im Wahlkampfeinsatz. Viele Leute sind nicht gekommen. Aber genug, damit der Redner nicht ins Leere spricht. Es ist erst elf Uhr morgens. Und es ist Donnerstag. Ein schwieriger Tag für die Linkspartei. Der Tag, nachdem die Linke im Bundestag dem Rettungseinsatz der Bundeswehr in Kabul nicht zugestimmt hat. Ihre Abgeordneten haben sich ganz überwiegend enthalten. Natürlich waren sie dafür, dass die verzweifelten Menschen gerettet werden. Aber die Partei hat grundsätzliche Bedenken gegen Bundeswehreinsätze im Ausland. Herausgekommen ist ein Abstimmungsverhalten, das schwer zu erklären ist. In Wahlkampfzeiten ist das Futter für den politischen Gegner. Bartsch weiß das.