Die Macher des Ludwigsburger Kulturkellers im Gespräch Ein Ort mit Nebenwirkungen

Nach einer Vorstellung geben Andreas und Eliane Prangenberg den  sogenannten Kulturbeutel herum. Die Gäste zahlen dann, was ihnen der Abend wert ist. Foto: factum/Bach
Nach einer Vorstellung geben Andreas und Eliane Prangenberg den sogenannten Kulturbeutel herum. Die Gäste zahlen dann, was ihnen der Abend wert ist. Foto: factum/Bach

Obwohl der Ludwigsburger Kulturkeller Luke klein und Ludwigsburg nicht gerade der Nabel der Welt ist, stehen die Künstler Schlange, um bei Eliane und Andreas Prangenberg aufzutreten. Aber warum?

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Hilke Lorenz (ilo)
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Ludwigsburg – - Die Bürgerstiftung hat den Ludwigsburger Kulturkeller „Die Luke“ für seine Arbeit mit Flüchtlingen gerade mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Die Luke sei ein Ort zum Wohlfühlen, schreiben die Musiker, die dort auftreten, den Machern und Multitalenten Eliane und Andreas Prangenberg oft ins Gästebuch. Auch während des Interviews kommen immer mal wieder Freunde vorbei. Alle werden mit einer herzlichen Umarmung begrüßt. Grund genug für ein Gespräch über Gastfreundlichkeit.
Frau Prangenberg, Herr Prangenberg, Sie haben den Ruf, begeisterte Frühstücks­geher zu sein. Was macht für Sie eigentlich einen Ort gastfreundlich?
Eliane Prangenberg Wenn sich jemand freut, wenn wir kommen, und uns anlacht. Ich will nicht das Gefühl haben, zu stören oder jemandem Arbeit zu machen.
Andreas Prangenberg Freundlichkeit und sich willkommen fühlen ist auch für mich das Wichtigste. Außerdem wollen wir uns ein bisschen zu Hause fühlen.
Ist dafür auch das Ambiente von Bedeutung?
Eliane Prangenberg Ja, das ist wichtig. Es ist schön zu merken, dass sich jemand Mühe gegeben hat. Das ist Wertschätzung gegenüber dem Gast. Wir genießen das, wenn jemand Dinge aufeinander abstimmt. Wenn man nicht einfach nur irgendeinen Teller mit Kuchen bekommt, sondern wenn es ein besonderer Teller ist. Und natürlich gilt für uns auch die Qualität. Andreas ist ja auch Koch.
Hobbykoch oder gelernter Koch?
Andreas Prangenberg Ich habe bei einem wirklich guten Koch eine Lehre im Krankenhaus in Pforzheim absolviert. Ich wollte eigentlich Tischler werden, aber auf dem Arbeitsamt gab es dann nur eine Ausbildungsstelle zum Koch. Das Kreative daran hat mir gefallen. Das gilt auch für Räume. Da gilt für mich: strahlen sie etwas aus, fühle ich mich wohl.
Sie haben beide jetzt gerade auch die Luke beschrieben, oder?
Andreas Prangenberg Vielleicht.
Eliane Prangenberg Hoffentlich.
Steckte hinter der Idee, die Luke vor nun fast sechs Jahren zu übernehmen, der Wunsch, genau so einen Ort zu schaffen?
Eliane Prangenberg Schon. Ich wollte als Jugendliche immer ein Jazz-Café betreiben, wusste aber nicht, was ich werden sollte, weil mir so vieles Spaß macht. Ich hätte in dem Café Klavier gespielt, Bilder aus­gestellt, Typberatung gemacht, weil ich auch Haare schneiden kann. Ich fand ein ganzheitliches Café cool, in dem der ganze Mensch wichtig ist. Mit toller Musik.




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