Die nächste deutsche Netflix-Produktion „Die Welle“ wird zur Serie

Von red 

Der Streamingdienst Netflix zeigt sich wieder mal experimentierfreudig. Er wagt sich ausgerechnet an Schullektüre. Aus „Die Welle“ soll eine deutsche Serie werden.

Netflix bringt nicht nur US-Ware: „Die Welle“ wird in Deutschland produziert. Foto: dpa
Netflix bringt nicht nur US-Ware: „Die Welle“ wird in Deutschland produziert. Foto: dpa

Stuttgart - Der Streamingdienst Netflix mag manchem Lehrer bislang ein Dorn im Auge gewesen sein: auch seine Angebote lenken von den Hausaufgaben ab. Nun aber wagt sich der amerikanische Branchenprimus an etablierte deutsche Schullektüre: an „Die Welle“. Diese Geschichte eines legendär gewordenen realen Sozialexperiments an einer US-High-School hat zwar der Amerikaner Morton Rhue mit seinem Roman „The Wave“ weltweit bekannt gemacht. Aber Netflix legt das Ganze nun als deutsche Serienproduktion vor. Die deutsch-rumänische Regisseurin und Drehbuchautorin Anca Miruna Lazarescu („Die Reise mit Vater“, „Glück ist was für Weicheier“, „Hackerville“) und der Autor Mark Monheim („About a Girl“, „Alles Isy“, „Tatort“-Folge „Deja Vu“) sollen es richten.

Die Macht der Nazis

Dass die Geschichte sich problemlos nach Deutschland übertragen lässt, hat schon Dennis Gansels Kinofilm „Die Welle“ aus dem Jahr 2008 gezeigt. Schließlich war das Sozialexperiment von den schrecklichen Verwandlungen der deutschen Zivilgesellschaft im Nationalsozialismus geprägt. Eine Schulklasse erfährt am eigenen Beispiel, wie autoritäre und totalitäre Strukturen sich ausweiten und Menschen verändern.

„Ich freue mich riesig“, sagt Monheim, „auf die Chance, eine so spannende, temporeiche Serie inszenieren zu dürfen, die Entertainment und brisante politische und gesellschaftliche Fragen miteinander verknüpft.“ Und Lazarescu hofft, eine „neue, mitreißende Welle ins Rollen bringen zu dürfen.” „Die Welle“ wird für Netflix von den ausführenden Produzenten Christian Becker (Rat Pack Filmproduktion), Dennis Gansel (der nach dem Kinofilm „Die Welle“ u.a. „Jim Knopf“ inszenierte) und Peter Thorwarth umgesetzt, in Co-Produktion mit Sony Pictures Television (Produzentin Astrid Quentell).