Die Zukunft des VVS Der Erfolg hat seinen Preis

Wohin geht es mit dem Nahverkehr in der Region Stuttgart? Foto: LICHTGUT/Max Kovalenko

Das Deutschlandticket ist im VVS ein großer Erfolg – doch dauerhaft gesichert ist es nur, wenn man noch mehr Nutzer gewinnt, sagt Andreas Geldner.

Stadtentwicklung & Infrastruktur: Andreas Geldner (age)

„Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt“ – wenn man das aktuelle Feilschen um die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs betrachtet, hat man manchmal diesen alten Karnevalschlager im Ohr. Das Deutschlandticket, das zeigen die aktuellen Zahlen aus dem Verkehrsverbund Stuttgart, ist eine Revolution, die alle Beteiligten und Verantwortlichen weiter überrollt.

 

Mehr Nutzer sind der Schlüssel

Und doch zeigt die Bilanz in der Region Stuttgart: Die Richtung stimmt. Der Schlüssel wird es sein, durch das 49-Euro-Ticket mehr Kunden für den öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen. Das heißt nicht, dass jeder zum täglichen Pendler werden muss. Dass dies nicht der Fall ist, hat ganz nebenbei bisher auch das Szenario im Berufsverkehr völlig überfüllter Busse und Bahnen nicht eintreten lassen.

Doch wenn solch ein Abo erst einmal im Haus ist, fördert es ein Umdenken beim Thema Mobilität. Auf einmal wird der öffentliche Verkehr, etwa für Freizeitfahrten, attraktiver. Hier liegt ein Potenzial an Kunden, die der VVS zurecht anvisiert, die zumindest die Finanzklemme mildern können – ohne Preiserhöhungen und weitere Subventionen. Insofern war es trotz aller Finanznöte psychologisch wichtig, dass man beim 49-Euro-Ticket den Preis stabil gehalten hat.

Nicht nur nach mehr Staatsgeld rufen

Ein heftiger Streit um Preiserhöhungen für die 15 Prozent verbliebenen Einzelnutzer ist kontraproduktiv. Auf Dauer werden sie die Finanzlöcher nicht stopfen können. Der aktuelle Wettlauf der Preiserhöhungen hat auch mit einer Fehlkonstruktion bei den Finanzierungsmechanismen des Deutschlandtickets zu tun. Es gibt anderseits immer noch Raum für kreative Ideen, um etwa die Wirtschaft noch mehr zum Botschafter des öffentlichen Nahverkehrs zu machen. Denn Verantwortung für eine ökologische Mobilität haben alle – nicht nur der Staat.

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