Dieselskandal Conti-Finanzchef muss gehen

Der Abgasskandal fordert ein weiteres Opfer. Conti-Finanzchef Wolfgang Schäfer muss gehen. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
Der Abgasskandal fordert ein weiteres Opfer. Conti-Finanzchef Wolfgang Schäfer muss gehen. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Haben Ingenieure den Auftrag für Motorsteuerung mit dem Wissen angenommen, dass betrogen werden sollte?

Korrespondenten: Markus Grabitz (mgr)
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Hannover -

Der Dieselskandal von 2015 bringt einen weiteren Spitzenmanager zu Fall. Der Autozulieferer Conti hat sich von seinem Finanzchef Wolfgang Schäfer mit sofortiger Wirkung getrennt. Die Staatsanwaltschaft ermittelte schon länger bei dem Dax-Konzern aus Hannover. Parallel dazu hatte das Unternehmen eine interne Untersuchung angestoßen, deren Erkenntnisse dem Vernehmen nach nun den Ausschlag gaben für die Trennung von dem 62-Jährigen. Schäfer war seit 2010 in der Führungsetage von Conti und zuletzt für das Controlling und die Einhaltung rechtlicher Standards zuständig.

Schummelsoftware

Branchenkenner berichten, dass es im Detail um mögliche Vergehen von Conti-Ingenieuren im Zusammenhang mit der Entwicklung von sogenannter Schummelsoftware für Motorsteuergeräte geht.

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Demnach war die Abgasnachbehandlung in vielen Situationen im realen Fahrbetrieb nicht aktiv – jedoch dann, wenn das Fahrzeug auf dem Prüfstand war.

VDO-Ingenieure im Fokus

Konkret soll es um Vorgänge bei dem Autotechnik-Unternehmen VDO gehen, das Conti 2007 für einen zweistelligen Milliardenbetrag übernommen hatte. VDO-Ingenieure übernahmen demnach den Auftrag für die Steuerung des VW-Skandalmotors EA 189 womöglich mit dem konkreten Wissen, dass damit eine Manipulation der Abgasdaten geplant war.

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Es soll Berührungspunkte des Falls bei VDO zu den Ermittlungen der Braunschweiger Behörden gegen VW geben. Dort läuft bereits seit September der Prozess gegen den damaligen VW-Konzernchef Martin Winterkorn und mehrere weitere Personen.

2015 war die Täuschung mit der manipulierten Motorsteuerung in Millionen von Fahrzeugen der VW-Konzernmarken aufgeflogen. Der Wolfsburger Konzern musste dafür bereits Strafen in Milliardenhöhe zahlen. In Braunschweig läuft der Betrugsprozess gegen etliche VW-Manager. Winterkorn selbst muss nicht dabei sein, weil er nach einer Hüft-OP mit anschließender Reha ein medizinisches Attest vorweisen kann.

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