Ditzingen Die „Reisemalerin“ Caritas Lewandowski

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Der Ditzinger Kultur- und Kunstkreis ehrt die Künstlerin Caritas Lewandowski mit der Ausstellung „Reflexionen“. Zu sehen sind vor allem Bilder aus China, Indien, La Palma und Paris.

Die Künstlerin Caritas Lewandowski in der Ditzinger Galerie im Laien –  vor einer Serie von Parisbildern. Foto: factum/Weise
Die Künstlerin Caritas Lewandowski in der Ditzinger Galerie im Laien – vor einer Serie von Parisbildern. Foto: factum/Weise

Ditzingen - Reisen und zeichnen, zeichnen und reisen: bei Caritas Lewandowski sind die beiden Leidenschaften so eng miteinander verschmolzen, dass das eine ohne das andre kaum noch vorstellbar ist. Vielleicht sollte man für sie die Berufsbezeichnung der Reisemalerin erfinden – ähnlich der eines Reiseschriftstellers. Auch wenn das natürlich nicht ganz exakt wäre, denn die in Schöckingen lebende Künstlerin malt nicht nur, sie zeichnet, aquarelliert, fertigt Holzschnitte und führt parallel dazu Tagebuch. In der Ditzinger Galerie im Laien ist jetzt unter dem Titel „Reflexionen“ eine Werkauswahl zu sehen – zur Feier ihres 80. Geburtstags.

Immer wieder Paris

„Ich habe einfach immer mein Skizzenbuch dabei“, sagt Caritas Lewandowski. Egal, ob sie den Winter auf La Palma verbringt oder zu einer Fernreise nach China oder Indien aufbricht. „Wenn es ganz schnell gehen muss, mache ich das mit irgendeinem Stift und schreibe dann dazu, welche Farben.“ Sobald sie zurück im Hotel ist, wird die Skizze rasch nachbearbeitet – und das so Festgehaltene später zu Hause mit Pinsel oder Rötelstift auf Leinwand oder Ingrespapier übertragen oder in eine Holzplatte geschnitten.

Und immer wieder Paris

Eine besondere Klammer bilden in der aktuellen Ausstellung Bilderserien aus Paris. Eine erste Folge von Linolschnitten hat sie von ihrer ersten Reise in die französische Metropole 1962 mitgebracht. ihnen zur Seite hängen großformatige Gemälde, die erst in diesem Jahr nach einer Wiederbegegnung mit Paris entstanden sind. Das habe sich zwar leider in vielem stark verändert, sagt die Künstlerin, aber sie habe doch noch vieles von dem wiedergefunden, das sie schon bei ihrem ersten Besuch zum Zeichenstift greifen ließ. Etwa ein Kinderkarussell am Aufgang zur Basilika Sacré-Cœur in Montmartre.

„Auf meinen Bildern muss immer etwas Lebendiges sein“, sagt die in Riga geborene Wahl-Ditzingerin. Und schon die frühen Pariser Linolschnitte zeigen, das darunter auch die Munterkeit von Tieren verstandne werden kann: auf einem Druck schaukeln Affen über den Köpfen müßiggängerischer Passanten. „Eigentlich wollte ich damals daraus einen Kalender machen.“ Und die Air France war interessiert. Allerdings wünschten sich die PR-Leute der Fluggesellschaft noch mehr Sehenswürdigkeiten im Hintergrund. Die wiedererkennbaren Silhouetten von Champs-Élysées bis Eiffelturm hat sie dafür jetzt nach ihrer neuerlichen Parisreise als Traumsequenz in ein Bild von zwei im Schnellzug TGV eingeschlafenen Frauen eingebaut. „Die beiden waren so voller Erwartung auf der Hinfahrt, die haben bestimmt von Paris geträumt“, sagt Caritas Lewandowski.

Skizzenbücher in der Vitrine

Versammelte Kinderzeichnungen

Es ist nicht so, dass sich die Malerin und Grafikerin nicht auch für die Natur und die „lebendigen Szenen“ in ihrem Heimatort interessierte. „Aber davon habe ich zuletzt erst anlässlich der 1200-Jahr-Feier von Schöckingen einiges gezeigt“, sagt Lewandowski. Darum nun also die Konzentration auf die Reisen. Neben einigen Skizzenbüchern, die in Vitrinen ausliegen, wird die Künstlerin Bücher auflegen, die von ihrer langen Zeit als Zeichenlehrerin von Kindern erzählen – immerhin 21 Jahre erzählen. Dazu ihr Reisetagebuch Venedig und Sizilien und ihr autobiografischer Bericht „Meine Familie, meine Stifte und ich“.




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