Ditzinger Lebenslauf am 28. April Der Benefizlauf kann kommen

Ein Bild aus dem vergangenen Jahr: Beim Start zum Ditzinger Lebenslauf herrscht reges Treiben. Foto: Helmut Anton Pangerl

Laufen für einen guten Zweck – das tun gerade viele Menschen, weltweit. Am Sonntag ist der Höhepunkt des Ditzinger Lebenslaufs. Mit ein paar Neuerungen.

Leonberg: Stefanie Köhler (koe)

10 000 Kilometer zugunsten von Menschen mit Mukoviszidose sind schon interaktiv erlaufen – und bei der Präsenzveranstaltung des Ditzinger Lebenslaufs jetzt am Sonntag in der Glemsaue kommen viele weitere hinzu. Beim Familienfest in der Ortsmitte erwarten die Gäste ein paar Neuheiten.

 

Worum geht es bei dem Lauf? Der Lebenslauf ist eine Benefizveranstaltung zugunsten von Menschen mit Mukoviszidose. Das ist eine seltene, nicht heilbare Stoffwechselkrankheit. Wer mitmachen will, sucht sich einen Sponsor, der für jeden gelaufenen Kilometer einen Festbetrag an den Mukoviszidose-Verein überweist – und los geht’s. Entweder läuft man bis 28. April interaktiv, also für sich, wo immer man möchte, oder man kommt jetzt am Sonntag in die Glemsaue zum Präsenzlauf mit definierter Strecke. Die Anmeldungen von Einzelpersonen nehmen die Organisatoren noch vor Ort im Schulzentrum an. Was vor 26 Jahren als kleine Veranstaltung mit wenigen Teilnehmern, 700, begonnen hat, ist heute der bundesweit größte Lauf zugunsten von Menschen mit Mukoviszidose. Er spricht sowohl Familien als auch Profis an. Letztere drehen morgens ihre Runden, bevor die Familien kommen. Insgesamt haben sich schon mehr als 2400 Teilnehmer angemeldet, davon rund 1700 für den Präsenzlauf. Die Anmeldungen seien zum Teil im Minutentakt gekommen, berichtet Jana Maierhofer. Sie ist die Projektleiterin der Regionalgruppe Ludwigsburg-Heilbronn des Vereins Mukoviszidose. Die Vorbereitungen seien in den letzten Zügen, die Laufstrecke sei bereit. Nun müsse nur noch das Wetter wie aktuell angekündigt sonnig und trocken sein, bei etwa 20 Grad. Jana Maierhofer geht davon aus, dass gutes Wetter zahlreiche Besucher spontan zum Schulzentrum lockt.

Was ist bei der Veranstaltung am Sonntag geboten? Ein Familienfest in der Ortsmitte. Es beginnt um 8 Uhr mit einer Ansprache samt Andacht und Musik. Der Startschuss fällt um 8.30 Uhr, der Lebenslauf endet um 16.30 Uhr. Bis dahin drehen die Läuferinnen und Läufer – jung sowie alt, allein, zu zweit, in Gruppen, aus Schulen, aus Unternehmen – ihre Runden. Bands spielen, der Ditzinger Verein Yom Chi Kwan Taekwon-Do zeigt, was seine Mitglieder lernen. Weit mehr als 180 Helferinnen und Helfer sind allein über den Sonntag im Einsatz, damit die Gäste auch Essen und Getränke erhalten. Viele Freunde würden sich engagieren, sagt Jana Maierhofer. „Man merkt, wie sehr wir in Ditzingen verwurzelt sind.“ Die 120 Kuchen backen Helfer aus der Rehaeinrichtung in Tannheim im Schwarzwald und Eltern aus den hiesigen Schulen. Weil voriges Jahr Crêpes so beliebt waren und deshalb rasch aus, gibt es diesmal mehr Teig, mehr Platten und mehr Ehrenamtliche am Stand. Ähnliches gilt für die Gnocchipfanne. „Die war letztes Jahr auch schnell weg. Also haben wir nun eine größere Menge bestellt“, sagt Jana Maierhofer.

Was ist neu? Zum ersten Mal gibt es einen Stand mit Wein und Sekt. Bier laufe immer gut, sagt Jana Maierhofer, die auch betont, beim Lebenslauf stehe Alkohol freilich nicht im Mittelpunkt. Nachdem eine Familie aus Lauffen/Neckar – einer Stadt in Deutschlands größter Rotweinlandschaft – beim Abbau voriges Jahr gemeint habe, es wäre doch eine „witzige Idee“, auch mal Wein anzubieten, probiere man das jetzt einfach aus. Ditzinger Wasser aus einer Art Trinkbrunnen ist ebenfalls neu. Gefiltertes Wasser servieren die Helfer den Läufern im Zelt – parallel zum Mineralwasser des Unternehmens Teinacher, das auf den Mineralbrunnen Bad Liebenzell folgt. Der bisherige Getränkesponsor hat sich laut Maierhofer aus dem Veranstaltungsgeschäft zurückgezogen. Sie ist dankbar, dass jedes Jahr zahlreiche Unternehmen die Veranstaltung unterstützen. Eine Heilpraktikerin aus Ditzingen baut einen Regenerationsstand auf.

Die Grafik zeigt den Streckenverlauf des Ditzinger Lebenslaufs. Foto: StZN-Grafik/Krause

Setzt das Organisationsteam erneut auf Nachhaltigkeit? Ja: Statt Startnummern auf Papier verteilen die Veranstalter Silikonarmbänder – türkisblaue –, und die Teilnehmenden zählen ihre Runden beziehungsweise gelaufenen Kilometer selbst, wie schon im Jahr 2023. So wollen die Organisatoren die Gummibänder reduzieren. Die es trotzdem weiter gibt als Nachweis für jede gelaufenen Runde: Denn vor allem Kinder fänden es toll, sie als Trophäe zu bekommen, so Maierhofer. Getränke entlang der Strecke werden wieder in Mehrwegbechern ausgeschenkt.

Welche Einschränkungen gibt es für den Verkehr? Laut der Stadtverwaltung wird die Au zwischen der Einmündung Bauernstraße 76/1 (Stadtwerke) und der Am Maurener Berg gesperrt. Zu den Tennisplätzen gebe es keine Zufahrt. Wegen der Vollsperrung entfallen die Haltestellen Am Maurener Berg, Bauernstraße/Breslauer Straße und Breslauer Straße/Kindergarten. Aufgrund der Umleitung des Stadtbusses würden in der Haldenstraße Haltverbote aufgestellt. Weitere seien in der Unteren Glemstalstraße nötig.

www.ditzinger-lebenslauf.de

Das ist Mukoviszidose

Krankheit
 Mukoviszidose, auch Zystische Fibrose (CF) genannt, ist eine unheilbare und vererbbare Stoffwechselerkrankung. Dabei werden lebenswichtige Organe wie Lunge und Darm durch zähen Schleim verstopft. Patienten müssen durch tägliche Therapie das Sekret entfernen. Ihre Lebenserwartung ist stark verkürzt, die Patienten werden heute etwa 55 bis 60 Jahre alt. Die Ursache der Mukoviszidose ist eine Genveränderung, weshalb sie nicht geheilt werden kann. Entscheidend für die Lebensdauer ist ein früher Therapiebeginn.

Hilfen
In Deutschland leben bis zu 8000 Patienten mit Mukoviszidose, sie gehört deshalb zu den seltenen Erkrankungen. Chronisch kranken Menschen ist nicht nur durch medizinische Forschung, etwa die Entwicklung neuer Medikamente, geholfen. Im Alltag mangelt es auch an der Finanzierung der Hilfen, etwa spezialisierter Physiotherapeuten. Mit dem Ditzinger Lebenslauf werden Spenden generiert, mit denen einzelne Projekte gefördert werden.

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