Domschweizer verteilen Tücher Trotz Hitze: Zu viel nackte Haut im Kölner Dom verboten

Von red/dpa 

Wer mit knapper Bekleidung in den Kölner Dom möchte, muss sich ein Tuch bedecken. Diese werden von den Ordnungshütern des Wahrzeichens ausgegeben. Die Regelung gilt für Männer und Frauen.

Der Kölner Dom darf mit spärlicher Kleidung nicht betreten werden. Foto: Marius Becker/dpa
Der Kölner Dom darf mit spärlicher Kleidung nicht betreten werden. Foto: Marius Becker/dpa

Köln - Spärlich bekleidete Besucherinnen und Besucher müssen sich im Kölner Dom auch an heißen Tagen mit einem Tuch bedecken. Die Tücher würden von den Domschweizern, den Ordnungshütern im Dom, ausgegeben, sagte am Dienstag Domsprecher Markus Frädrich. „Die Tücher-Regelung gilt sowohl für Frauen als auch für Männer, die knapp bekleidet den Dom betreten“, sagte Frädrich. Wenn Männer zum Beispiel in einer Art Unterhemd oder gar mit freiem Oberkörper kämen, müssten sie sich auch bedecken.

Der Dom bemühe sich um Gleichberechtigung. „Und die meisten Besucherinnen und Besucher reagieren auf diese Maßnahme nach unserer Erfahrung sehr verständnisvoll - auch, weil sie diese Praxis bereits aus vielen südlichen Ländern, zum Beispiel Italien, kennen. Das Bedecken von Schultern und Bauch ist eine kleine, aber feine Geste, mit der deutlich wird, dass man den profanen Raum verlässt und einen sakralen Raum betritt.“ Die Tücher werden am Ausgang wieder abgegeben. Das Tragen von Shorts sei kein Problem.

Speisen verboten

Was im Sommer auch verstärkt vorkomme, sei, dass Leute etwa mit einem Eis auf der Hand in den Dom schlenderten, sagte Frädrich. „Essen und Trinken ist generell im Dom nicht erlaubt - und bei diesen Temperaturen eben auch kein Eis oder Wasser.“

Völlig legitim sei es natürlich, den Dom zur Abkühlung aufzusuchen. In der Kathedrale liege die Temperatur zurzeit bei etwa 21 Grad, sagte Frädrich. Die aktuellen Daten könne man immer auf der Dom-App nachschauen. Auch Kunsthistoriker empfehlen, den Dom bei Sonnenschein aufzusuchen: Denn nur dann entfalten die bunten Glasfenster - wie etwa das von Gerhard Richter - ihre volle Wirkung.