Donald Trump Die USA brauchen keine Selbstdarsteller

Von Maria Wetzel 

Donald Trump wird auch in den nächsten Wochen versuchen, mit Beleidigungen und Lügen ans Ziel zu kommen – die Präsidentschaft. Dabei brauchen die USA gerade jetzt besonnene Politiker an der Spitze.

Figuren von Donald Trump und Hillary Clinton stehen beim Fernsehduell auf einem Tisch. Foto: AFP
Figuren von Donald Trump und Hillary Clinton stehen beim Fernsehduell auf einem Tisch. Foto: AFP

Stuttgart - Nein, so einem möchten sie die Verantwortung für das derzeitig wichtigste Amt der Welt nun doch nicht anvertrauen. Das Männer-Fantasien-Video, das einmal mehr Donald Trumps Frauenverachtung offenbart, ist für einen Teil der Republikaner der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Seit den Enthüllungen am vergangenen Wochenende setzen sich eine Reihe von wichtigen Persönlichkeiten von ihm ab. Gut so – aber ihre Reaktion kommt reichlich spät. Schon in den vergangenen Monaten hat ihr Kandidat bei jeder Gelegenheit gezeigt, dass es ihm an Respekt für jeden fehlt, der ihm widerspricht oder nicht in sein beschränktes Weltbild passt.

Beim harten Kern seiner Anhänger kann Trump dennoch mit abschätzigen Bemerkungen über Frauen, Einwanderer, Muslime und viele mehr punkten. Dass er Hillary Clinton einsperren würde – wie er im jüngsten Duell gedroht hat – schadet ihm beim harten Kern offenbar ebenso wenig wie der Verdacht, dass er es mit dem Steuerzahlen nicht so ernst nimmt. Auch in den nächsten Wochen wird er versuchen, mit Beleidigungen und Lügen an sein Ziel zu kommen – die Präsidentschaft.

Gut, dass dieser Wahlkampf in vier Wochen ein Ende nimmt und Trump dann hoffentlich von der Mehrheit der Amerikaner ins Abseits gestellt wird. Nötig ist eine US-Regierung, die sich mit ganzer Kraft und Ernsthaftigkeit den drängenden Aufgaben widmet. Der Syrienkrieg, die Instabilität in der Ukraine und im Nahen Osten, der islamistische Terror bedrohen den Weltfrieden. Gebraucht werden in dieser gefährlichen Lage besonnene Politiker, nicht Selbstdarsteller.