Doppelt illegal unterwegs 21-Jähriger liefert sich in Rutesheim wilde Jagd mit der Polizei

Eine vergleichsweise harmlose Polizeikontrolle in Rutesheim endete in der Nacht auf Freitag mit einer wilden Jagd. Foto: dpa/Patrick Seeger
Eine vergleichsweise harmlose Polizeikontrolle in Rutesheim endete in der Nacht auf Freitag mit einer wilden Jagd. Foto: dpa/Patrick Seeger

Mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug und zudem nach der Ausgangssperre war ein 21-Jähriger samt seinen Beifahrern in der Nacht auf Freitag in Rutesheim unterwegs. Was vermutlich nur ein Bußgeld zur Folge gehabt hätte, geriet zu einer wilden Jagd – inklusive Hubschrauber und beißendem Polizeihund.

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Rutesheim - Ein 21-Jähriger und seine Begleiter waren in der Nacht auf Freitag in Rutesheim (Kreis Böblingen) mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug nach der Ausgangssperre unterwegs. Warum zwei vergleichsweise harmlose Vergehen den jungen Mann zu seinen nachfolgend beschriebenen Handlungen bewegt haben, ist nicht so einfach zu beantworten. „Manchmal reagieren die Leute eben so“, vermutet ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, dass in diesem Fall die Psyche eine Rolle gespielt hat. Oder anders formuliert: Hier ist vermutlich jemand gewaltig die Sicherung durchgebrannt.

Auslöser der Ereignisse war eine Polizeikontrolle um 0.50 Uhr im Bereich des Bahnhofs in Rutesheim. Einem Zeitungsausträger war der VW aufgefallen. Er hatte deswegen die Polizei benachrichtigt. Eine Streifenwagenbesatzung des Polizeireviers Leonberg kontrollierte das Fahrzeug und den 21-Jährigen, der darin saß. Die Beamten stellten fest, dass die an dem VW angebrachten Kennzeichen entstempelt waren. Das Fahrzeug hatte also keine Zulassung mehr. Den Beamten sagte der 21-Jährige, dass er im Auto auf einen Bekannten warte.

Bei erster Kontrolle noch vermeintlich kooperativ

Die Polizisten beschlagnahmten die entstempelten Kennzeichen und erklärten dem jungen Mann, dass er ein Auto ohne Zulassung nicht im öffentlichen Verkehrsraum bewegen dürfe. Zudem wiesen sie ihn darauf hin, dass er gegen die derzeit geltenden Ausgangsbeschränkungen verstoße. Laut Polizeibericht kündigte der Mann daraufhin an, mit öffentlichen Verkehrsmitteln den Heimweg antreten zu wollen. Den VW ließ er stehen. Um das Auto werde er sich in den nächsten Tagen kümmern, versprach er.

Gegen 3.50 Uhr war dann eine zivile Streifenwagenbesatzung in der Pforzheimer Straße unterwegs, als ihnen der VW ohne Kennzeichen auffiel. Als sich die Polizisten durch das Blaulicht zu erkennen gaben, trat der Fahrer aufs Gaspedal und ergriff die Flucht. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf. Der junge Mann fuhr während der Verfolgungsfahrt über zwei rote Ampeln. Schließlich kam er auf einem Rasengrundstück in der Schwalbenstraße in Heimsheim (Enzkreis) zum Stehen.

Polizeihund beißt dem Flüchtigen in den Oberarm

Drei Personen stiegen aus dem Auto aus und flüchteten zu Fuß weiter. Die Polizei nahm die Fahndung auf und setzte dabei mehrere Streifenwagenbesatzungen des Polizeipräsidiums Pforzheim sowie einen Polizeihubschrauber ein. Die Polizeihundeführer des Polizeipräsidiums Pforzheim stellten schließlich den 21-Jährigen. Wie die Polizei berichtet, hatte dieser versucht, sich in einem Gebüsch zu verstecken. Der Diensthund spürte ihn auf und biss ihn in den Oberarm.

Der Mann wurde nach seiner Festnahme zunächst in einem Krankenhaus medizinisch versorgt und anschließend zum Polizeirevier Leonberg gebracht. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuß. Der VW wurde beschlagnahmt. Den beiden unbekannten Begleitern des 21-Jährigen gelang die Flucht. Die Ermittlungen dauern an.




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