Die Trautwein-Brüder von der Möhringer Linde, die laut Plan im Herbst 2024 am Marktplatz im neuen Haus des Tourismus ein Restaurant mit dem schönen schwäbischen Namen Knitz eröffnen, wollen schon in diesem Jahr in der Stuttgarter City ein Zeichen setzen. Halbrunde Pop-up-Restaurants sollen vom 23. November bis zum 22. Dezember in einer der Gassen des Dorotheenquartiers für Aufsehen sorgen. Aber vor allem für Geselligkeit bei gutem Essen.
Sind Ufos gelandet? Oder haben Studienreisende aus der Arktis Iglus mitgebracht? Nein, bald wird man bis zu acht Personen sehen, die sich da drinnen an einem Tisch versammeln. Der korrekte Name für die neue Leuchtattraktion lautet: Fondue-Bubbles. So heißt das Pop-up-Projekt, also das Projekt auf Zeit, mit dem Maximilian und Ferdinand Trautwein nach dem Vorbild der „Gourmet-Iglus“ von Baden-Baden („Das ist dort ein Renner!“) die Anziehungskraft des Einkaufsviertels mit einem vorweihnachtlichen Glanzpunkt steigern wollen. Darauf haben sich die beiden mit Breuninger geeinigt.
Entstanden sind die Plexiglas-Iglus in den USA während der Pandemie, berichtet Maximilian Trautwein. Damals musste man sich selbst in großen Restauranträumen oder Hallen separieren. Deshalb setzte man vier bis acht Personen nach den Corona-Regeln abgeschirmt zusammen, also jede Blase für sich.
Beheiztes Innenleben
In Stuttgart werden sieben Fondue-Bubbles im Freien in der Winterkälte stehen, weshalb sie von innen beheizt werden. Felle liegen auf den Stühlen. Bedient werden die Gäste aus der künftigen Vinobar, die Janina von Essen, Geschäftspartnerin der Trautwein-Brüder, im nächsten Jahr im Dorotheenquartier eröffnet (in den Räumen eines früheren Modegeschäfts).
Man trifft seinen Freundeskreis, also seine Bubble, in einem Bubble. Ist es nicht ein bisschen wie im Zoo, wenn lustige Runden ihre Gabeln unter dem durchsichtigen Schutzschirm in den Fondue-Topf stecken? Oder bekommen Passanten dann Appetit, es ihnen nachzutun? Pro Person zahlt man 69 Euro. Im Preis inbegriffen sind Wasser, Wein, Kartoffeln, Dips, Brot, Soßen, Gurken – eben alles, was zum Schweizer Nationalgericht gehört.
Fondue oder Käse – der Preis ist derselbe (die Plätze dafür bucht man im Internet). „Ein guter Käse ist so teuer wie Fleisch“, sagt Maximilan Trautwein. Nur beste Qualität will er servieren. Damit sich die Investitionen lohnen – die Wirte haben alles selbst gekauft, nicht geliehen oder geleast –, müsse man die Bubbles mindestens für drei Jahre aufstellen. Einen Iglu haben die Trautweins bereits im Dorotheenquartier zu Testzwecken und zum Fotografieren vorübergehend aufgebaut. „Sehr gemütlich“ sei’s da drin, auch von der Temperatur angenehm. „Wer weiß“, überlegt der künftige Knitz-Patron Trautwein, „vielleicht bauen wir die Bubbles später auch mal auf das Dach unseres Restaurants am Marktplatz.“