Dreharbeiten in S-Ost Mord im Beichtstuhl

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Die Evangelische Heilandskirche ist Schauplatz eines fiktiven Verbrechens: Die ZDF-Krimireihe Soko Stuttgart dreht ihre Episode „Der Priester ist tot“ in der Kirche an der Sickstraße.

Der Geistliche (rechts) gerät ins Visier der Ermittler Stoll (links) und Seiffert. Foto: Nina Ayerle
Der Geistliche (rechts) gerät ins Visier der Ermittler Stoll (links) und Seiffert. Foto: Nina Ayerle

S-Ost - Fürs Fernsehen geht das: Einen Beichtstuhl besitzt die Heilandskirche in der Sickstraße im Stuttgarter Osten eigentlich nicht. Der Pfarrer wird aber laut Drehbuch tot im Beichtstuhl aufgefunden. Für die Dreharbeiten wurde die evangelische deshalb kurzerhand in eine katholische Kirche umgewandelt. „Der Priester ist tot“ heißt die Folge der ZDF-Krimiserie Soko Stuttgart, für die in der Kirche im Osten gedreht wurde.

Für drei Tage wurde die Kirche an der Sickstraße deshalb zum Tatort. Immer wieder tönt die Stimme der Aufnahmeleiterin durch die Kirche: „Bitte Ruhe! Wir drehen jetzt!“ Im Innenhof stehen mehrere Personen in weißen Schutzanzügen mit der Aufschrift „Polizei“ auf dem Rücken und warten auf ihren Einsatz. Zwischen ihnen sind auf dem Hof blaue Klappstühle mit den Namen der Schauspieler für die Pausen platziert.

Ausstrahlung voraussichtlich im Dezember 2014

Am zweiten Drehtag der Soko-Folge geht es eher ruhig zu. Um neun Uhr morgens hat das Team mit den Dreharbeiten begonnen. Gegen 20 Uhr sei der Arbeitstag voraussichtlich zu Ende, sagt Hansgert Eschweiler, zuständig für die Pressearbeit der Produktion, und fügt hinzu: „Das entspricht am Ende ungefähr fünf Minuten Film.“ Immer wieder müssen Peter Ketnath, der den Kriminalhauptkommissar Jo Stoll spielt, Astrid M. Fünderich (die Soko-Chefin Martina Seiffert), und Gastdarsteller Jaecki Schwarz das Gespräch unterbrechen, weil sie mit Drehen an der Reihe sind.

Die Folge handelt vom Mord an Pfarrer Georg Menzinger, der erschlagen in seiner Kirche aufgefunden wird. Ins Visier der Ermittler Stoll und Seiffert sowie ihrer Kollegen geraten ein Priesteranwärter, die Haushälterin des Ermordeten und der pensionierte Geistliche Thomas Heubel. Gespielt wird dieser von Gastdarsteller Jaecki Schwarz, der vor allem durch seine Rolle als Kommissar Schmücke in Polizeiruf 110 bekannt ist. Ausgestrahlt wird die Folge voraussichtlich im Dezember 2014.

Immer noch fast in Originalbesetzung

Das Ermittler-Team von Soko Stuttgart arbeitet seit Beginn in fast gleicher Besetzung zusammen. Nur die Rolle von Nina Gnädig, welche die Psychologin Anna Badosi spielte, wurde ausgetauscht. Für sie ist jetzt Yve Burbach als Kriminalkommissarin Selma Kirsch im Einsatz. „Wir sind ein sehr gutes Team, sonst würde das gar nicht über eine so lange Zeit funktionieren“, sagt Peter Ketnath, der seit 2009 mitspielt.

Für den Zuschauer gehören die fünf Darsteller längst zum Stuttgarter Leben dazu. Peter Ketnath lebt allerdings nur während der Dreharbeiten in der schwäbischen Landeshauptstadt, ansonsten in Berlin. „Aber ich bin gerne hier“, sagt er. Stuttgart sei derzeit sehr im Aufbruch, das gefalle ihm. Wenn er hier ist, geht er in Stuttgarts Weinstuben, auch sympathisiert er mit dem VfB. „Ich habe ihn im Abstiegskampf unterstützt und war mehrmals bei den Spielen“, sagt Ketnath. Stuttgart sei eine tolle Location. „Ich habe auch das Gefühl, die Serie hat sich etabliert“, sagt er.

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