InterviewDrei Fragen an den Dirigenten Johannes Knecht Sängerkuscheln

Johannes Knecht Foto: / Nina Strugalla
Johannes Knecht Foto: / Nina Strugalla

Der ehemalige Chordirektor der Staatsoper Stuttgart führt mit seinem Philharmonia-Chor Hector Berlioz’ monumentale Totenmesse auf.

Kultur: Susanne Benda (ben)
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Stuttgart - Johannes Knechtwar von 2001 bis 2017 Chordirigent an der Staatsoper Stuttgart, zuletzt fünf Jahre als Chordirektor. Den Philharmonia-Chor Stuttgart leitet er seit 2003.

Herr Knecht, Sie sind seit dieser Saison neben Ihrer Chorleitungs-Professur in Lübeck auch Chordirektor der Oper in Lyon. Kehren Sie zu Ihren Wurzeln zurück?

Ein bisschen schon. Aber da das Haus in Lyon im Stagione-Betrieb arbeitet, also längere Aufführungsserien anbietet, muss ich meine Professur nicht aufgeben und kann beides machen.

Am Sonntag führen Sie mit dem Philharmonia-Chor in der Liederhalle Hector Berlioz’ gewaltiges Requiem auf. Geht das überhaupt mit Laien?

Klar. Und ich wollte das Stück schon lange machen, bin aber immer daran gescheitert, dass ein einziges Orchester für dieses Stück nicht ausreicht. Nun werden wir etwa 250 Musiker sein, was Berlioz’ Vorstellungen sehr nahe kommt, und beim Proben merkt man, das die Musik diesen Aufwand tatsächlich benötigt. Der Chor hätte noch ein bisschen größer sein können, aber dafür reicht der Platz im Beethovensaal einfach nicht aus. Nun haben es die Sänger sehr kuschelig da oben.

Wo liegen die Schwierigkeiten des Stücks?

Bei Berlioz’ Requiem denkt man immer an das Monumentale, aber die lauten Passagen sind gar nicht so kompliziert und auch als Raummusik angelegt. Schwieriger für den Chor sind die feinen, leisen Töne, das ist intonatorisch extrem heikel, eine echte Herausforderung.

Termin So, 27. 10., 19 Uhr, Beethovensaal




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