Dürre in Afrika Namibia sitzt auf einer Wasserblase

Ist die Sorge um die Dürrekatastrophen in Namibia bald Vergangenheit? Foto: dpa
Ist die Sorge um die Dürrekatastrophen in Namibia bald Vergangenheit? Foto: dpa

Namibia ist eigentlich ein trockenes Land. Doch es hat womöglich gigantische Ressourcen: Im Grenzgebiet zu Angola haben deutsche Wissenschaftler ein riesiges Trinkwasserreservoir entdeckt.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Ohangwena/Namibia - Es herrscht Dürre in Namibia – die schlimmste seit 30 Jahren. Im Mai hat Präsident Hifikepunye Pohamba den Notstand ausgerufen. Doch Namibias große Hoffnung liegt rund 350 Meter unter der Erde im Grenzgebiet zu Angola. Deutsche Wissenschaftler haben in Namibia ein gewaltiges Trinkwasserreservoir entdeckt. Die unterirdische Wasserblase könnte den aktuellen Wasserbedarf des Nordens, in dem knapp die Hälfte der Bevölkerung des Landes lebt, für 400 Jahre decken. Seit einigen Wochen legen Hydrogeologen erste Testbrunnen an.

Fünf Milliarden Kubikmeter Wasser ruhen unter dem rissigen Boden, schätzt Martin Quinger, Mitarbeiter der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Das mehrere Tausend Jahre alte Reservoir erstrecke sich wohl über 50 Quadratkilometer. Das Wasser stammt aus den Bergen im Nachbarland Angola und ist durch eine Tonschicht von jeglichen Umwelteinflüssen abgedichtet. „Das Tolle ist, dass das Wasser wie von selber nach oben schießt“, erklärt Quinger. Das gefundene Grundwasser steht unter enormem Druck, und einmal angebohrt steigt es bis auf zehn Meter unter die Erdoberfläche. Heißt: die Förderkosten sind gering. Bisherige Messergebnisse zeigen zudem, dass die Qualität des Wassers exzellent ist. „Ein solcher Fund ist Gold wert in Regionen wie dieser“, weiß Quinger. So träumt der Gouverneur der Region Ohangwena, Usko Nghaamwa, bereits von großen Gewinnen und dem Ende des Elends. Man könne Bewässerungsanlagen und Gärten mit Gemüse anlegen: „Das Geschäft wird brummen, und wir werden die ganze Region und andere Länder mit Wasser versorgen.“

Noch sind das Wunschträume in einem der trockensten Länder der Erde, das 55 Prozent seiner Waren importiert. Wasser bedeutet in Namibia Lebensmittelsicherheit sowie wirtschaftliche und soziale Entwicklung. „Jeder, der an das Wasser herankommt und es für sich nutzen kann, um zu bewässern oder um mehr Kühe zu haben, würde natürlich einen direkten Nutzen daraus ziehen“, sagt Quinger. Zum Glück habe der Präsident ein vorläufiges Nutzungsverbot verhängt. Unklar ist nämlich noch, ob das unterirdische Reservoir sich auch wieder auffüllt. Das aber werden die Experten erst in zwei bis drei Jahren wissen.




Unsere Empfehlung für Sie