Duo Phantasma in der Esslinger Scala Die Abenteuer von Alexis Sorbas

Von Philipp Braitinger 

Das Duo Phantasma mit dem Erzähler Michael Stülpnagel und dem Musiker Johannes Weigle bringt in diesem Jahr gleich zwei Geschichten auf die Bühne des Scala.

Michael Stülpnagel (links) und Johannes Weigle    freuen sich über ein treues Publikum. Foto: privat
Michael Stülpnagel (links) und Johannes Weigle freuen sich über ein treues Publikum. Foto: privat

Esslingen - Sie sind wieder da. Nach „Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten“, „Mit brennender Geduld – Pablo Neruda und sein Postbote“ und „Seide“ kommt das Duo Phantasma, bestehend aus dem Sprecher Michael Stülpnagel und dem Musiker Johannes Weigle, nun mit „Alexis Sorbas – Abenteuer auf Kreta“ über das Jahr verteilt für zehn Abende ins Scala nach Esslingen. Los geht es an diesem Sonntag. Die Premiere ist allerdings bereits ausverkauft. Und weil die Nachfrage so groß war, gibt es vier weitere Abende, an denen „Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten“ gelesen wird.

Gemeinsam stehen sie bereits im vierten Jahr auf der Bühne. „Es spricht sich herum“, freut sich Michael Stülpnagel über die Treue des Publikums. Das Erzählen sei eine der ursprünglichsten Formen der menschlichen Kommunikation, sagt er. Sein Ziel sei es, Bilder in den Köpfen der Zuhörer entstehen zu lassen. Neben Stülpnagels Stimme kommen dabei Gitarre, Percussion und ein Akkordeon zum Einsatz, die von Johannes Weigle teilweise gleichzeitig gespielt werden. „Er kreiert die Bilder musikalisch“, sagt Stülpnagel über seinen Partner. Weigle sei ein „Einmannorchester“. „Die Musik ist mehr als eine Begleitung, sie beflügelt die Fantasie“, so Stülpnagel.

Geschichte mit mehreren Dimensionen

Inhaltlich nimmt das Duo Phantasma sein Publikum in diesem Jahr mit nach Griechenland, wo ein nicht namentlich genannter Schriftsteller auf den Arbeiter Alexis Sorbas trifft. Der Schriftsteller ist des Ringens um geistige Erkenntnis überdrüssig und möchte ein ursprüngliches Leben führen. Beide beschließen, auf Kreta ein Braunkohlebergwerk zu betreiben. Die literarische Vorlage für den Abend brachte der Dichter Nikos Kazantzakis zu Papier.

„Man wird es wiedererkennen, aber man wird auch Neues finden“, sagt der Sprecher Stülpnagel über jene Version des Stücks, die er mit Johannes Weigle im Scala zeigen wird. In den Gesprächen zwischen dem Schriftsteller und dem Arbeiter Sorbas würden die wichtigen Fragen des Lebens gestellt, die heute so aktuell seien wie einst. Beispielsweise gehe es darum, wie der Mensch ein Gott und eine Bestie zugleich sein könne. „Vielleicht sind wir alles gleichzeitig“, meint Stülpnagel. Die Geschichte habe mehrere Dimensionen. Allerdings könne der Abend auch ohne viel Tiefgründigkeit genossen werden, betont er. Die Zuhörer könnten auch nur einer Abenteuer- und Schelmengeschichte lauschen. Grundsätzlich suche das Duo Phantasma aber stets Geschichten, die „mehr als eine nette Story“ seien. Was 2021 auf die Bühne kommen soll, das sei derzeit noch offen.

Termine für die Vorstellungen „Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten“ wird am 8. Februar, 7. und 23. März sowie am 16. Mai, ebenfalls im Scala gezeigt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet auch für dieses Stück 25 Euro. Nach der ausverkauften Premiere am Sonntag, 26. Januar, wird „Alexis Sorbas“ am 9. Februar, 8. März, 29. März, 17. Mai, 21. Juni, 5. Juli, 27. September, 18. Oktober und 22. November, jeweils ab 17.30 Uhr in der Scala, Blumenstraße 15, in Esslingen gespielt. Der Eintritt kostet 25 Euro im Vorverkauf.