Echterdinger beim Triathlon in Frankfurt Dank Gruppenzwang zum Ironman

Axel Jetter (im Bild) und acht seiner Echterdinger Teamkollegen nehmen am Ironman in Frankfurt teil. Foto: /privat

Schwimmen, Radfahren und einen Marathon laufen – dieser Herausforderung stellen sich neun Athleten von Tria Echterdingen. Für sechs von ihnen wird der Start in Frankfurt zum Ironman-Debüt, einer hat schon jetzt „Bauchgrummeln“.

Lokalsport: Patrick Steinle (pst)

Auf neun Vertreter von Tria Echterdingen wartet an diesem Sonntag zum einen das große, sportliche Highlight des Jahres, zum anderen aber auch eine riesige Herausforderung. Axel Jetter und acht seiner Teamkollegen nehmen am Ironman in Frankfurt am Main teil. 3,8 Kilometer im Langener Waldsee schwimmen, 182 Kilometer auf dem Fahrrad abspulen und zum Schluss einen Marathon laufen, also nochmals weitere 42,2 Kilometer. „Ich freue mich, es ist eine Ausnahmesituation“, sagt Jetter. „Vielleicht ist es auch eine Hausnummer zu groß, wir werden sehen.“

 

Warum bei der diesjährigen Austragung des Kultevents so viele Sportler aus Echterdingen dabei sind? „Irgendwie ist da eine Gruppendynamik entstanden“, berichtet er. Sein Gedanke, als sie sich vor elf Monaten bei der offenen Anmeldung eintrugen: „Wenn der, der und der mitmacht, dann möchte ich das auch versuchen.“ Die Initialzündung gab der 55-jährige Joachim Mewes.

Es geht ihnen nicht um die beste Zeit

Die beste Zeit wird wohl Henning Hubbert erzielen. „Er ist sehr stark unterwegs, ist der Beste von uns. Ich erwarte eine Zeit unter zehn Stunden“, sagt sein Teamkollege Jetter. Zum Vergleich: Im Vorjahr gewann der Franzose Denis Chevrot mit einer Zeit von 7:52:54 Stunden.

Für die Echterdinger geht es mehr um das Teilnehmen, das Ziel ist vor allem, erst einmal selbiges zu erreichen. „Die Zeiten sind Schall und Rauch, wenn man es geschafft hat“, sagt Jetter, und das Wichtigste ist: „Genießen nicht vergessen.“ Sollte der 49-Jährige den Triathlon zu Ende bringen, möchte er einen Tipp von erfahrenen Triathleten beherzigen: Auf der letzten Geraden langsam laufen, die Atmosphäre aufsaugen und aufpassen, dass man alleine über die Ziellinie läuft – für das Abschlussbild natürlich.

Sechs Ironman-Rookies aus Echterdingen dabei

Für Jetter – sowie für fünf seiner Echterdinger Mitstreiter – ist es der erste Langstreckenwettkampf überhaupt. „Jetzt fängt das Bauchgrummeln an“, erzählt er. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal bei der langen Distanz starten werde.“ Grund dafür war zum einen die angesprochene Gruppendynamik, zum anderen eine beruflich Veränderung. Der Bauingenieur ist mittlerweile „sein eigener Chef“ und kann so auch tagsüber Trainingseinheiten einstreuen. Im Herbst 2022 fing er mit dem Grundlagentraining an, es folgten sechs Monate mit vier bis fünf Trainingseinheiten die Woche. „Mir hat es sehr geholfen, in der Gruppe zu trainieren.“

Aus den Frankfurt-Teilnehmenden wurde ein eingeschworener Haufen. Am vergangenen Montag beendeten sie noch eine Schwimmeinheit früher, um in einen Biergarten zu sitzen und über die Probleme jedes einzelnen zu sprechen. Welche Nahrung nehme ich zu mir, wie übernehme ich mich nicht oder was ist die richtige Sitzposition auf dem Fahrradsattel? All das sind Fragen, die die Triathleten umtreiben. Viel Zeit zu überlegen bleibt jedoch nicht mehr. An diesem Freitag geht es in Fahrgemeinschaften nach Frankfurt. „Dann benötigen wir fast den ganzen Samstag, um die Wechselzonen aufzubauen“, sagt Jetter.

Nichts für Langschläfer wie Axel Jetter

Und am Sonntag geht es dann auch schon früh los. Zwischen 4 und 6 Uhr holt ein Shuttle die Sportler ab, um 6.40 Uhr geht es an den Start. Kein leichtes Unterfangen für Jetter, der sich nicht zu den Frühaufstehern zählt. „Wenn ich das erste Wasser im Gesicht habe, geht es schon“, sagt er schmunzelnd. Die Wettervorhersage lässt zumindest Freude aufkommen, mit voraussichtlich bedeckten 25 Grad Celsius sollte es nicht zu heiß werden. Das Fazit des Ironman-Rookies: „Das wären gute Bedingungen.“ Dennoch ist Durchhaltevermögen gefragt.

Das Besondere am Wettbewerb in Frankfurt: Für die Damen ist es gleichzeitig die Ironman-Europameisterschaft. Aber auch für die Männer gibt es einen Ansporn, bei entsprechender Platzierung beziehungsweise Zeit können sich Jetter und Co. für die Weltmeisterschaft in Nizza in diesem Jahr qualifizieren. So weit denkt der Echterdinger aber gar nicht, es geht ihm schließlich erst einmal darum, über die Ziellinie zu laufen. „Es ist gut, dass der große Tag nun endlich da ist“, sagt Jetter. „Aber danach wird es auch Zeit, dass die ganzen Anstrengungen endlich vorbeigehen.“

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