Ehemalige EnBW-Zentrale in Stuttgart So sieht es im Abriss-Gebäude aus

Von und Siri Warrlich 

Der ehemalige Firmensitz der EnBW nahe des Hauptbahnhofs wird dieser Tage in Teilen abgerissen. Wir haben uns mit einem Architekten im Inneren des Gebäudes umgesehen.

Dieser Glasbau in der Kriegsbergstraße – der vordere Teil der ehemaligen EnBW-Zentrale – wird in diesen Tagen abgerissen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Dieser Glasbau in der Kriegsbergstraße – der vordere Teil der ehemaligen EnBW-Zentrale – wird in diesen Tagen abgerissen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Der ehemalige Firmensitz der EnBW (Energie Baden-Württemberg) in der Stuttgarter Kriegsbergstraße wird in diesen Tagen teilweise abgerissen. Der Münchner Investor und Gebäudeeigentümer, die Firma Reiß und Co. Real Estate, wird an der Ecke Kriegsberg- und Goethestraße ein neues Hotel mit 400 Betten errichten. Im Inneren des Abriss-Gebäudes zeugen edle Materialien und die große Dachterrasse von den glanzvollen Tagen der ehemaligen Firmenzentrale.

Wie sieht es in der Chefetage aus? Welche Spuren hat der Leerstand in dem Gebäude hinterlassen? Im vergangenen Sommer durfte sich Architekt Heiko Stachel in dem Gebäude ausgiebig umsehen. Er hat den Bau für einen virtuellen Rundgang dokumentiert. Wir haben Stachel mit der Kamera begleitet.

Hinterer Gebäudeteil bleibt stehen

Der hintere Teil der ehemaligen Konzernzentrale, der schwarze Klinkerbau hin zur Jägerstraße, bleibt erhalten. Dieser Teil des Gebäudes aus dem Jahr 1996 stammt vom renommierten Büro Lederer, Ragnarsdóttir und Oei, welches nun auch den Auftrag für den Neubau erhalten hat. Abgerissen wird lediglich der gläserne Altbau der Architekten Kammerer und Belz aus dem Jahr 1975.

Lang und erbittert wurde um die Zukunft des Ensembles zwischen Kriegsberg-, Goethe-, Jäger- und Ossietzkystraße gestritten. Als die Nachricht von einem möglichen Abriss der Immobilie die Runde machte, entspann sich eine Grundsatzdebatte über den Erhalt architektonisch bedeutsamer Gebäude in der Stadt. Stuttgarts Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) sprach sich mit Unterstützung aus Architektenkreisen und Teilen der Politik gegen den Abriss aus. Dabei wurde allerdings kaum erwähnt, dass dem Eigentümer bereits seit Februar 2016 die Zustimmung der Stadt für den Abriss vorlag.

Neubau soll 2019 fertig werden

Zwischen 130 und 150 Millionen Euro will der Immobilienentwickler in das gesamte Projekt investieren. Der Neubau soll Ende 2019 fertiggestellt, die Sanierung des Altbaus bereits ein Jahr früher abgeschlossen werden.

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