Ein Talent der Kickers „Diese WM war eine Nummer größer“

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Isabella Marten von den Stuttgarter Kickers hat bei der U 20-Weltmeisterschaft in den USA teilgenommen. Von vier Nachwuchstalenten aus Württemberg war sie die Einzige aus Stuttgart. Im Interview erzählt sie.

Isabella  Marten bei den U 20-Weltmeisterschaften in Eugene/USA. Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA
Isabella Marten bei den U 20-Weltmeisterschaften in Eugene/USA. Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA
Degerloch - - Zwei Wochen ist Isabella Marten sportlich in den USA unterwegs gewesen. Die 18-jährige Dreispringerin der Stuttgarter Kickers hatte sich mit dem württembergischem Rekord von 13,24 Meter die Fahrkarte für die U 20-Weltmeisterschaften in Eugene/Oregon gesichert. Neben vier weiteren Nachwuchstalenten aus Württemberg war sie bei den Titelkämpfen die einzige Stuttgarterin im Trikot des Deutschen Leichtathletik Verbands (DLV). Im Interview spricht die Abiturientin über ihr Abschneiden, ihre Erlebnisse und ihre Zukunft.
Isabella, sind Sie mit Ihrem Abschneiden zufrieden ?
Der Qualifikationswettkampf fing eigentlich ganz gut an. Mein erster Versuch ging auf 13,11 Meter. Und ich war sehr optimistisch noch weiter springen zu können, weil ich den Absprungbalken um zwei Füße verpasst hatte, also etwa zwei Fußlängen zu früh abgesprungen war. Das war schade, weil dieser Sprung wäre, wenn ich den Balken getroffen hätte, richtig weit gewesen. Der zweite Versuch war ungültig, und im dritten stimmte die Koordination nicht so recht, er war nur 12,87 Meter weit. Leider fehlten mir dann zum Einzug ins Finale bis zum Rang zwölf der Ukrainerin Anna Krasutska drei Zentimeter. So kam am Ende für mich nur der 14. Rang heraus.
Sind Sie enttäuscht?
Nein, eigentlich nicht. Es ist schade, dass es eben so knapp war, es wäre mehr drin gewesen, wenn ich im Finale nochmals drei Versuche gehabt hätte. Aber wenn ich daran denke, dass ich vor der WM in der Jahresweltbestenliste an 24. Stelle stand, habe ich mich immerhin um zehn Plätze nach vorne schieben können. Außerdem war ich bei den Teilnehmerinnen bis zum Rang 14 die zweitjüngste im Wettkampf.
Gab es für Sie Probleme mit der Zeitumstellung und dem Klima vor Ort?
Nein, überhaupt nicht. Der Deutsche Leichtathletik-Verband hatte alles bestens vorbereitet. Unsere Mannschaft war zur Akklimatisierung noch für circa zehn Tage in Salem, nicht weit vom WM-Austragungsort Eugene entfernt, zu einem Trainingslager zusammengefasst worden. Wir haben alle gut trainiert, das hat viel Spaß gemacht.
War die U 20-WM ihr bisher größtes sportliches Erlebnis, und wie war die Atmosphäre im Stadion?
Ich durfte ja schon vergangenes Jahr bei der U 18-WM in Donezk/Ukraine dabei sein und wurde dort Elfte mit 12,69 Meter. Das war auch eine tolle Sache. Aber diese Weltmeisterschaft war nochmals eine Nummer größer. Und ganz besonders begeistert hat mich der Teamgeist unserer Mannschaft. Alle haben sich gegenseitig frenetisch angefeuert, das gab im Wettkampf einen richtigen Push. Und auch die Zuschauer waren großartig, das war einfach schön, ganz besonders die Abschlussfeier mit allen teilnehmenden Nationen.
Sind Sie zum ersten Mal in den USA gewesen?
Nein, ich war schon sehr oft drüben. Meine Mami stammt aus der Karibik. Und ich habe viele Verwandte in Florida, wo wir schon oft in den Ferien waren.
Was kommt nach dieser Weltmeisterschaft, wie sieht Ihre sportliche und sonstige Zukunft aus?
In etwa zwei Wochen möchte ich gerne in Bochum-Wattenscheid deutsche U 20-Meisterin im Dreisprung werden. Dies wäre dann mein dritter DM-Titel hintereinander. Und danach heißt es für mich schon wieder Koffer packen für einen Studienaufenthalt im Fach Betriebswirtschaftslehre an der Universität in Dallas/USA. Aber in fünf Monaten will ich wieder zurück sein und an der Hallensaison in Deutschland teilnehmen, wie meine ältere Schwester Bianca, die ja ebenfalls für die Kickers startet und demnächst weiter in New York/USA Business-Kommunikation studieren wird.

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