Die Dinge auf sich beruhen lassen und beim Gewohnten zu bleiben, das ist nicht sein Ding. Gabriel Brommer mischt gerne mit. Deshalb hat der Waiblinger, der mit gerade mal 17 Jahren erfolgreich eine eigene Medienagentur führt, auch gleich beschlossen, sich beim Common Grounds Forum (CFG) anzumelden, als er davon gelesen hat. „Da geht es um spannende Themen, das hat mich interessiert.“
Unter dem Titel „Hier spricht die Zukunft“ behandelt der CFG künftige Themen
Unter dem Titel „Hier spricht die Zukunft“ behandelt der CFG, wie die Digitalpolitik von morgen bestimmt wird, wer gefragt wird und wer mitredet. Das Common Grounds Forum, zu dem die Gesellschaft für Informatik nach Berlin geladenen hatte, unterstützt damit junge Menschen zwischen 16 und 35 Jahren, sich in die Diskussion einzubringen und eigene Ideen, Positionen und Forderungen zur „Bildung in der digitalen Welt“ und „Digitalisierung und Nachhaltigkeit“ zu entwickeln. „Da wurden 80 Teilnehmer ausgewählt, die dann nach verschiedenen Workshops Mitte Oktober nach Berlin gefahren sind. Ich war mal wieder der Jüngste“, sagt Gabriel Brommer und fügt hinzu, dass es beim Forum in Berlin darum gegangen sei, erarbeitete Positionen und Forderungen mit verschiedenen Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu diskutieren.
Für Gabriel Brommer wird beim Berliner Forum mit am meisten gevotet
Und was Gabriel Brommer anpackt, das klappt. So scheint es jedenfalls. Der Waiblinger stellte sich genau wie die anderen Teilnehmer vor – stellte sich dabei aber so geschickt an, dass für ihn mit am meisten gevotet wurde. Als Jungunternehmer, der mit gerade mal 16 Jahren als voll geschäftsfähig erklärt worden ist, seinen ersten Auftrag bereits mit 14 Jahren hatte und weitere Ideen vorantreibt – zuletzt hat er sogenannte Schlafkapseln für einen Powernap am Arbeitsplatz entwickelt – weiß der Schüler wohl recht gut, wie er sich verkaufen muss.
Er hat sich zum Thema Digitalisierung konkrete Gedanken gemacht. So sei es wichtig, die Themen ständige Erreichbarkeit und fehlende Grenzen anzugehen. „Durchs Homeoffice verwischen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatem. Ein Alarmzeichen ist es auch, wenn sich Phantomtöne einstellen. Heißt, man hört das Handy oder den Laptop, obwohl es aus oder stummgeschaltet ist“, erklärt Gabriel Brommer. Er hat sich detailliert mit der Thematik auseinandergesetzt und gründlich recherchiert. So führt der junge Mann auch seine Medienagentur, in der er Kundenwünsche im Bereich Foto, Video und Design betreut. Der 17-Jährige aus Waiblingen-Beinstein fotografiert Produkte, Geschäfte, Restaurants und Veranstaltungen, dreht Imagefilme, gestaltet Homepages und kümmert sich um den Social-Media-Auftritt seiner Auftraggeber.
Das CFG wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert
Beim CFG, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, kommen Leute wie er – junge Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen und Themenschwerpunkten – zusammen. „Es war ein offener Dialog und es ging auch darum, über Generationen hinweg eine Verbindung hinzukriegen.“ Die Teilnehmer engagieren sich alle für eine bessere digitale Zukunft. Es mache Spaß, sei wichtig und auch nicht umsonst, sich einzusetzen, sagt Brommer, der in Untertürkheim aufgewachsen ist.
Mit zwölf Jahren ist er mit seiner Familie – einem Zwillingsbruder und einem größeren Bruder – nach Waiblingen gezogen. Nach dem Realschulabschluss fing Brommer mit dem Berufskolleg, Fachbereich Foto-Medien-Technik, an. Ob er danach noch studieren, ins Ausland oder doch einfach „nur“ seine Agentur vorantreiben will, lässt er noch offen. „Ich bin selbst gespannt, was bei mir noch alles kommen wird.“
Was er schon weiß, ist, welche Forderungen auf der Tagesordnung standen, nämlich Regulierung der Informationsflut und Rechte auf digitale Entspannung: „Durch Dauerverfügbarkeit können gesundheitliche Schäden, Stress und Ängste entstehen, daran wollen wir arbeiten. Was auf dem Forum rauskam, soll ja was Längerfristiges sein.“