Eingangsgebäude Freibad Gärtringen Sanierungsarbeiten biegen auf die Zielgerade ein
Das neue Eingangsgebäude des Gärtringer Freibads soll zur Saison 2024 stehen. Der Bau vereint viele Funktionen in sich und soll rund 1,2 Millionen Euro kosten.
Das neue Eingangsgebäude des Gärtringer Freibads soll zur Saison 2024 stehen. Der Bau vereint viele Funktionen in sich und soll rund 1,2 Millionen Euro kosten.
Die Sanierungsarbeiten des Gärtringer Freibads am Weingarten biegen nicht nur sprichwörtlich auf die Zielgerade ein. Denn der Zeitplan für den letzten großen Baustein gleicht einem sportlichen Endspurt: Das neue Eingangsgebäude soll bereits zur nächsten Saison fertiggestellt sein.
Als „ambitioniert“ bezeichnete Gärtringens Bürgermeister Thomas Riesch das anvisierte Ziel, als er die Pläne in der jüngsten Ratssitzung präsentierte. Dennoch gab sich der Rathauschef zuversichtlich, dass die Zeitschiene eingehalten werden kann – vorausgesetzt, das Wetter spielt in der kalten Jahreszeit entsprechend mit. Dass das nicht immer der Fall ist, damit hat Gärtringen bereits Erfahrung. Denn im Sommer 2022 musste die Sanierung des Schwimmbeckens wegen anhaltender hoher Temperaturen unterbrochen werden, weil der Folieneinbau bei bis zu 60 Grad, die im Becken gemessen worden waren, unzumutbar gewesen wäre. Die vergangene Badesaison fiel daher aus.
Notwendig wird der Neubau, weil der Vorgängerbau an gleicher Stelle aus dem Jahr 1963 solch eklatante bauliche Mängel aufwies, dass er bereits im vorangegangenen Jahr um den Kassenbereich verkleinert werden musste. Aufgrund der schlechten Bausubstanz und generell ansteigender Sanierungskosten für Altbauten sei eine Sanierung und Erweiterung des Bestandsgebäudes laut Gemeinderatsdrucksache unwirtschaftlich. Der Abriss des noch verbliebenen Bestands und der Neubau des Eingangskomplexes für rund 1,2 Millionen Euro brutto sind daher die logische Konsequenz. In Summe werde der im Haushaltsplan veranschlagte Kostenrahmen für Freibadsanierung in Höhe von 1,8 Millionen Euro eingehalten, unterstrich Bauamtsleiter Friedemann Erbele.
Das neue Gebäude, das auf einem Betonsockel in Holzständerbauweise entsteht, wird rund 47 Meter lang und sieben Meter breit. Es vereint mehrere Funktionen unter dem extensiv begrünten Pultdach, auf dem eine Photovoltaikanlage installiert wird. Der Ein- und Ausgang werden durch das Kassenhäuschen voneinander getrennt. Vor dem Eingang stehend, schließen sich rechts davon zwei Eltern-Kind-Umkleidekabinen, ein Kinder-WC sowie ein Besprechungsraum für das Personal an.
Linker Hand sind nicht nur ein Umkleidebereich mit zusätzlichen Familienumkleiden und Schließfächern geplant, sondern auch ein überdachter Bereich, der bei Unwetterereignissen zusammen mit dem Ein- und Ausgangsbereich Schutz für Badegäste und Personal bietet. Außerdem wird dort auch ein Lager Platz finden sowie ein Abstellraum für E-Bikes mit Lademöglichkeit, der gegen einen Obolus genutzt werden kann. Aber auch außerhalb des Gebäudes werden die Abstellmöglichkeiten für Räder erweitert: 48 Abstellplätze gibt es bisher, zukünftig sollen es 100 sein.
Aus den Ratsfraktionen gab es durch die Bank positive Reaktionen auf die vorgestellten Pläne. Peter Probst (CDU) unterstrich jedoch, dass es sich bei dieser Maßnahme um die „absolute Kür“ handele, da der Freibadbetrieb nicht zur kommunalen Daseinsvorsorge gehöre. Lediglich Starkstrom fehle dann noch, „damit die Kinder Pommes kriegen“, merkte Inge Friedrich (Grüne) an. Dass der Anschluss bislang nicht erfolgt sei, liege nicht in der Hand der Kommune, sondern ist aus Sicht von Bürgermeister Thomas Riesch ein „Armutszeugnis der Netze BW“. Immerhin stehe die dafür benötigte Trafostation – also das Gebäude – inzwischen, berichtete Erbele von einem sichtbaren Fortschritt.