Alleinsein Einsamkeit in der Corona-Quarantäne - Was dagegen hilft

Von Matthias Kemter 

Räumliche Isolation in der Quarantäne stellt die Menschen oft vor eine große Herausforderung. Einsamkeitsgefühle können erdrückend sein. Erfahren Sie mehr über den Umgang mit Einsamkeit und was dagegen hilft.

Das Alleinsein in der Isolation ist für viele eine Herausforderung. So überwinden Sie die Einsamkeit in der Quarantäne. Foto: freemind-production / Shutterstock.com
Das Alleinsein in der Isolation ist für viele eine Herausforderung. So überwinden Sie die Einsamkeit in der Quarantäne. Foto: freemind-production / Shutterstock.com

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Die Zahl der mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 Infizierten steigt stetig an und somit müssen immer mehr Menschen in die vorgeschriebene 14-tägige häusliche Quarantäne. Laut dem RKI (Robert-Koch-Institust) müssen neben den kranken Menschen auch Personen, die sich in einem Risikogebiet befanden oder Kontakt zu erkrankten Personen hatten in die häusliche Quarantäne. Zusätzlich gilt nun auch ein bundesweites Kontaktverbot, was auch alle anderen Menschen zur sozialen Isolation zwingt. Für viele Menschen, die allein wohnen, entsteht dabei eine ganz besondere Herausforderung. Wie geht man mit der Einsamkeit um?

Unterschied Alleinsein und Einsamkeit

Einsamkeit ist eine völlig normale Reaktion des Menschen auf Isolierung und Kontaktarmut. Im Gegensatz zum Alleinsein kann die Einsamkeit jedoch auch in Lebenssituationen mit vielen Kontakten auftreten, zum Beispiel durch Ausgrenzung oder Unverständnis. Das Gefühl ist das Resultat einer seelischen Trennung zur Außenwelt. Das Alleinsein hingegen ist die Folge einer räumlichen Trennung.

Warum es schwer ist, allein zu sein

Der Mensch hat sich schon immer in Gruppen organisiert, da dies sein Überleben gesichert hat. Der Wunsch mit anderen Menschen verbunden zu sein, ist dadurch auch heute noch eines der wichtigsten und natürlichsten Bedürfnisse des modernen Menschen.

Einsamkeit in der Quarantäne - Das hilft

Jeder reagiert anders auf das plötzliche Alleinsein und die daraus entstehenden Einsamkeitsgefühle in der Quarantäne. Einfach ist dies sicherlich für die wenigsten. Neben den allgemeinen Tipps des BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) für die häusliche Quarantäne helfen besonders folgende Dinge gegen die Einsamkeit:

Umgang mit Gefühlen

Die Einsamkeit zu benennen und auszusprechen ist ein wichtiger erster Schritt zu einem gesunden Umgang mit dieser. Bei Freunden, Familie oder auch nur vor sich selbst zuzugeben, dass man einsam ist, wirkt oft sehr befreiend. Außerdem ist es wichtig, die eigenen Gefühle zu akzeptieren. Einsamkeit ist eine normale Reaktion auf eine unnormale Situation.

Kontakte halten

Gespräche sind wichtig für das psychische Wohlbefinden. Nutzen Sie neben dem Telefon auch die virtuellen Kanäle, um Ihre sozialen Kontakte zu pflegen. Vielleicht können Sie auch alte Freundschaften so wiederaufleben lassen und sich bei alten Bekannten melden. Es gab selten einen besseren Grund, um zu fragen, wie es jemandem geht.

Hauptgrund Langeweile

Das Wegfallen der Freizeitaktivitäten ist wahrscheinlich eine der einschneidendsten Veränderungen in der sozialen Isolation. Beschäftigen Sie sich und füllen Sie die Zeit mit positiven Dingen. Vielleicht ist das die Gelegenheit für ein ganz neues Hobby? Es gibt viele Hobbys, bei denen man auch zuhause kreativ sein kann. Sie können die neu gewonnene Zeit auch nutzen, um produktiv zu sein. Ob aufräumen, ausmisten, Steuererklärung oder einfach putzen, das Abarbeiten von Aufgaben schafft ein gutes Gefühl.

Tagesstrukturen schaffen

Tagesstrukturen helfen, den verlorenen Alltag wieder aufleben zu lassen und mit in die Quarantäne zu holen. So können Sie der Ausnahmesituation wieder etwas Normalität geben. Gestalten Sie ihren Tag mit festen Zeiten und Ritualen. Vor allem, wenn Sie Home-Office machen sollten, können Sie so auch Arbeit und Privates besser trennen und Abstand zu negativen Gefühlen gewinnen. Das raten sogar erfahrene Astronauten für die Zeit in der Isolation.

Tagebuch schreiben

Tagebuch zu schreiben hilft dabei, die eigenen Gedanken und Gefühle besser zu ordnen. Wenn es Ihnen schwerfällt, sich mit anderen Menschen über die eigenen Gefühle zu unterhalten, können diese durch die Auseinandersetzung mit den geschriebenen Worten oft besser betrachtet und sortiert werden. Das Tagebuchschreiben braucht etwas Übung, wenn man es nicht gewohnt ist, alle Gedanken frei heraus zu lassen. Dabei ist grade das sehr wichtig.

Positive Grundhaltung

Isoliert zu sein von anderen Menschen ist ein Ausnahmezustand, der die verschiedensten Gefühle hochkommen lässt. Neben Einsamkeit können so auch Ängste entstehen. Eine positive Grundhaltung zu bewahren ist eine wichtige Voraussetzung, um mit negativen Gefühlen besser umgehen zu können. Orientieren Sie sich an Werten, die Ihnen Halt geben. Das können Freunde, Familie oder auch der Glaube sein. Auch der Medienkonsum sollte bewusster stattfinden und hinterfragt werden. Setzen Sie sich feste Zeiten, in denen Sie Nachrichten recherchieren.

Bewegung

Durch Sport und Bewegung werden eine ganze Reihe an Glückshormonen ausgeschüttet. Wenn man krank sein sollte und Symptome verspürt, ist Sport natürlich keine gute Idee. Sollte dies allerdings nicht der Fall sein, ist Bewegung essenziell in der Zeit der Isolation. Je nach körperlicher Verfassung reichen oft auch simple Mobilisationsübungen aus, um eine Grundvitalität aufrecht zu erhalten.

Wenn Sie sich fit fühlen, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten für ein ganzheitliches Fitnesstraining auch zuhause und ohne Geräte, die in Anspruch genommen werden können.

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Entspannungsübungen

Entspannungsübungen wie Yoga, Meditation oder autogenes Training helfen dabei, Abstand zu den eigenen Gefühlen zu gewinnen und diese besser zu sortieren. Es gibt unzählige Angebot an Entspannungsübungen im Netz.

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Sorgentelefon

Einsamkeit und beschränkter Raum sind eine emotionale Herausforderung. Egal ob Hausfrau, Auszubildender oder Rentner, die Telefonseelsorge ist für jeden da und kann eine wichtige erste Anlaufstelle sein, denn jeder braucht mal Hilfe (Tel. 0800-111 0 111 o. 0800-111 0 222).

Auch wenn Sie unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen.