Einsatz für Demokratie Die Lautstärke aufdrehen

Die Demo für Demokratie in Schönaich. Foto: /Stefanie Schlecht

Wir brauchen mehr Vorbilder, die lautstark für Menschlichkeit und demokratische Werte einstehen, findet unsere Reporterin Melissa Schaich.

Böblingen: Melissa Schaich (mel)

Wenn es darum geht, Haltung zu zeigen, dann geht es in erster Linie nicht darum, ob man einer Partei angehört oder welcher. Es geht vielmehr darum, welche Grundeinstellung man an den Tag legt. Menschen, die sich über ihre eigenen Werte im Klaren sind und für diese einstehen – sie treten leider viel zu selten in Erscheinung.

 

Die Fanatiker, die das Dritte Reich verbrochen haben, mögen nicht in der übergroßen Mehrheit gewesen sein. Aber das hat gereicht, weil viele Millionen den Mund nicht aufgemacht haben. Menschen, die sich nicht über ihre moralischen Grenzen und eigene Humanität im Klaren waren.

Viele verwechseln Toleranz und Meinungsfreiheit damit, alle Personen – egal wie extremistisch, moralisch verdorben und hetzerisch sie auch sprechen – gelten zu lassen. Natürlich können diese Personen ihre Meinungen (bis zu einem gewissen Grad) äußern. Sie müssen aber noch lange nicht von der Mehrheit der Gesellschaft toleriert und in Diskurse integriert werden. Widerspruch ist angesagt!

Vorbilder in Rathäusern

Wer gegen die Grundsätze der Menschlichkeit verstößt, muss gesellschaftlichen Gegenwind bekommen. „Demokraten sollten lauter werden“, sagt Anna Walther, die Bürgermeisterin von Schönaich. Doch was braucht es dafür? Dafür braucht es Menschen, die sich selbst darüber im Klaren sind, wo ihre eigenen Grenzen liegen, für welches Menschenbild sie stehen, welcher Werte sie vertreten wollen. Und dafür braucht es Vorbilder – nicht zuletzt in Rathäusern.

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