Eintracht Frankfurt gegen VfB Stuttgart Warum Jens Grahl dem VfB dankbar ist

Jens Grahl möchte nach der aktiven Karriere als Torwarttrainer arbeiten. Foto: imago images/Jan Huebner/Oliver Vogler

Als gebürtiger Stuttgarter spielt Torwart Jens Grahl inzwischen für Eintracht Frankfurt. Über seinen aufmüpfigen Kollegen Filip Kostic sagt er: „Er ist ein herausragender Spieler – und wir brauchen ihn.“

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)

Frankfurt - Nach fünf Jahren beim VfB spielt Torhüter Jens Grahl seit dem Sommer für Eintracht Frankfurt. Mit den Hessen empfängt er am Sonntag (15.30 Uhr/Liveticker) in de Bundesliga seinen Ex-Club.

 

Hallo Herr Grahl, nach fünf Jahren als Ersatztorhüter beim VfB sind Sie als gebürtiger Stuttgarter im Sommer zu Eintracht Frankfurt gewechselt. Warum haben Sie sich für diesen Schritt entschieden?

Von der Eintracht kam für mich überraschend ein langfristiges Angebot als Spieler über drei Jahre mit einer zusätzlichen Perspektive nach der aktiven Karriere. Das war eine schöne Wertschätzung für mich. In Stuttgart hatte ich noch einen Vertrag bis 2022. Danach hat mich der VfB-Sportdirektor Sven Mislintat eher nicht mehr als Spieler gesehen. Doch ich fühle mich noch fit, will noch länger spielen. Dazu hat es mich gereizt, mit 32 Jahren noch mal etwas Anderes zu machen. Beim VfB bin ich im Guten gegangen – und vielleicht kreuzen sich die Wege ja mal wieder.

Was sind denn Ihre Pläne für die Karriere nach der aktiven Zeit?

Ich möchte später gerne mal als Torwarttrainer oder Torwartscout arbeiten. Da hat mir Eintrachts Torwartcoach Jens Zimmermann gute Argumente für meine Zukunftsperspektive aufgezeigt. Das hat mich überzeugt. Ich habe mich in meiner Stuttgarter Zeit immer im Sinne des VfB verhalten, habe nie Ärger gemacht. Also hat man mir keine Steine in den Weg gelegt. Dafür bin ich dem Verein dankbar.

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Wie motiviert sich ein eigentlich ein Torhüter, der über eine lange Zeit hinweg nicht spielt?

Man darf sich nicht hängen lassen. Denn irgendwann kommt der Punkt, an dem man spielen darf. Und dann muss man fit und bereit sein. Beim VfB war es aber am Anfang zugegeben schwierig, als ich nach Jahren als Nummer zwei hinter Gregor Kobel und Fabian Bredlow dann zur Nummer drei wurde. Denn von da an saß ich bei den Spielen nicht mehr auf der Bank, konnte nicht mehr direkt dabei sein und das Team anfeuern. Aber man lernt, damit klar zu kommen. Dafür kann man den Jungs anderweitig helfen. Und ich glaube, das habe ich in den vergangenen Jahren gut hinbekommen.

Was unterscheidet die Eintracht vom VfB?

Beide Vereine sind sich ziemlich ähnlich. Ich sehe hier in Frankfurt gefühlt an jedem zweiten Auto ein Eintracht-Wappen, so wie das in Stuttgart in Bezug auf den VfB ja auch ist. Der Fußball wird in beiden Städten gelebt. Jetzt wohne ich mit meiner Frau und unseren beiden Kindern außerhalb von Frankfurt auf dem Land, in Stuttgart habe ich in der Stadt gewohnt. Das ist wohl der größte Unterschied für mich persönlich.

Sie hatten einen guten Draht zum Stuttgarter Cheftrainer Pellegrino Matarazzo. Was hat Ihre Beziehung ausgemacht?

Rino ist ein ruhiger Typ, der aber auch sehr impulsiv sein kann, wenn es nötig ist. Das kommt aber eher selten vor. Ich habe mich mit dem Trainer sehr gut verstanden, wir hatten ein offenes und ehrliches Verhältnis. Ich war für ihn zum Beispiel einer der ersten Ansprechpartner, wenn mal etwas in der Kabine vorgefallen ist.

Was erwarten Sie vom Auftritt des VfB am Sonntag in Frankfurt?

Ich hoffe auf ein schönes Spiel mit einem offensiven Feuerwerk von beiden Seiten. Beide Teams stehen ja ein bisschen in der Pflicht, das Spiel zu gewinnen. Bei uns war der Start auch nicht so gut wie gewünscht. Aber ich hoffe auf einen Sieg für uns.

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Zuletzt gab es bei der Eintracht Wirbel um Filip Kostic, der zu Lazio Rom wollte. Letztlich musste er bleiben. Wie haben Sie die Sache erlebt?

Ich bin froh, dass der Filip nach seiner Länderspielreise für Serbien wieder da ist. Er ist ein herausragender Spieler – und wir brauchen ihn. Ich hoffe, dass er sich nun wieder voll auf Eintracht Frankfurt konzentriert und hier Vollgas gibt. Unter uns Spielern ist er jedenfalls immer herzlich willkommen.

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