Im ersten Spiel 2024 hat es für die Stuttgart Rebels zuhause die neunte Oberliga-Niederlage in Serie gesetzt, und zwar erneut eine deutliche. Am Mittwochabend lautete das Ergebnis gegen den Tabellenzweiten Deggendorfer SC 1:7. Das Bittere für den sportlichen Leiter Jakob Vostarek: „Wir haben uns nicht belohnt.“ Nach zwei Dritteln stand es nur 1:3, doch in der Schlussphase sorgten die Gäste für klare Verhältnisse. „Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison: Wenn ein Spiel gegessen ist, brechen bei uns alle Dämme“, klagt Vostarek. „Die vielen Niederlagen machen es nicht einfacher, oft fallen wir in ein emotionales Loch.“
Immerhin: Im Mittelabschnitt kämpften die Rebels noch aufopferungsvoll. Nach Lukas Traubs Anschlusstreffer (25.) blieben sie trotz dreimaliger Unterzahl ohne Gegentor. Im letzten Drittel nutzte der Gegner dann zwei Stuttgarter Zeitstrafen. Im Powerplay trafen Carter Popoff und Marco Bassler, beide auf Vorlage des jeweilig anderen, für die Niederbayern aus Deggendorf.
Bester Torschütze sitzt noch immer seine Strafe ab
Die einzige Überzahl der Stuttgarter blieb ohne Erfolg. In jenen speziellen Situationen sieht Vostarek ein Problem. Die Bilanz im Unter- sowie Überzahlspiel habe sich in den vergangenen Wochen stetig verschlechtert und ist als kritisches Thema bekannt. Dass der Leistungsabschwung etwas mit der Verpflichtung von Trainer Marco Ludwig zu tun hat, weist der sportliche Leiter zurück. Im eng getakteten Spielplan bleibe dem Team und dem Coach kaum Trainingszeit, um taktische Formationen einzustudieren.
Im Rebels-Tor bekam indes der Youngster Mitja Fiedrich eine Bewährungschance – und nutzte diese durchaus. „Das war eine überragende Leistung von ihm, er hat über 40 Minuten hervorragend gehalten“, lobt Vostarek. Dann habe man dem 20-Jährigen allerdings die fehlende „Wettkampffitness“ angemerkt, kam er doch erst zu seinem zweiten Oberliga-Einsatz. „Zum Schluss war die Puste weg, aber wir sind froh, dass wir ihn haben.“ Einspringen musste er kurzfristig, weil der ansonsten gesetzte Goalie Jonas Gähr bei seinem Stammverein Frankfurter Löwen gefragt war. In der erstklassigen DEL diente er als Back-up von Joe Cannata, blieb jedoch ohne Einsatzminute.
Nach wie vor nicht dabei war der Torjäger Jannik Herm, mit 17 Toren bester Stuttgarter Schütze. Er hat nach seinem Feldverweis vom Heilbronn-Derby (3:8) eine Drei-Spiele-Sperre erhalten. „Hermi ist ein Schlüsselspieler. Man merkt, dass er fehlt“, hadert Vostarek. Mitwirken kann er erst wieder am Sonntag in Bad Tölz. Zuvor, an diesem Freitagabend (20 Uhr), treffen die Rebels erneut zuhause auf den ECDC Memmingen Indians.
Die Torfolge gegen Deggendorf
0:1 Elsberger (7.), 0:2 Röthke (20.), 0:3 Röthke (24.), 1:3 Traub (25.), 1:4 Popoff (43.), 1:5 Bassler (46.), 1:6 Gulda (50.), 1:7 Maul (54.)