Eklat bei TV-Narrensitzung Kramp-Karrenbauer regt mit Witzen gegen Minderheiten auf

Die Karnevals-Sendung wurde vom SWR zur Primetime ausgestrahlt. Foto: SWR
Die Karnevals-Sendung wurde vom SWR zur Primetime ausgestrahlt. Foto: SWR

Als wären Doppelnamen-Witze nicht genug: Annegret Kramp-Karrenbauer hatte sich beim „Stockacher Narrengericht“ über Toiletten für das dritte Geschlecht und intersexuelle Menschen lustig gemacht – und damit für harsche Kritik und Empörung in den sozialen Medien gesorgt.

Stuttgart - Die traditionelle Sitzung des „Stockacher Narrengerichts“ aus dem Landkreis Konstanz hatte in diesem Jahr einen Stargast. Bei der Karnevals-Sendung, die vom SWR zur Primetime ausgestrahlt wurde, trat CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer auf.

Die Parteichefin, die bereits 2015 als saarländische Ministerpräsidentin mit homophoben Äußerungen für Empörung gesorgt hatte – unter anderem mit Inzest- und Polygamie-Vergleichen – und die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare ablehnte, trug in Stockach umstrittene Witze vor: In ihrem halbstündigen Auftritt machte sich die 56-Jährige über Minderheiten, Gender-Gesetze und das dritte Geschlecht lustig: „Guckt euch die Männer von heute an“, witzelte die Parteichefin bei der „Narrenverhandlung“ vor dem Narrengericht. „Wer war denn von euch vor kurzem mal in Berlin, da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen.“

Stehen oder Pinkeln?

Sie legte noch nach: „Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür – dazwischen – ist diese Toilette.“

In der Halle wurden Kramp-Karrenbauers Worte mit einem Tusch und Gelächter und Johlen im Publikum begrüßt. Öffentliche Aufmerksamkeit erregte im Nachgang aber ein Artikel des Portals queer.de, auch die Satiresendung Extra3 verbreitete einen Videoausschnitt auf Twitter weiter.

Mit diesem Auftritt erntete die CDU-Vorsitzende in den sozialen Medien harsche Kritik:

Doppelnamen sind das große Karnevalsthema 2019:

Nur ein missglückter Witz? Das sehen viele Twitter-Nutzer anders:

Auch Berlins Kultursenator Klaus Lederer war von den homophoben Witzen nicht angetan:

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Brandenburg schämte sich fremd:

Ja, Angela Merkel ist ein Faschingsmuffel:

Und das ist gut so:




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