„ello“ in der Höhle der Löwen auf Vox Stuttgarter Start-up stellt elektrischen Rollator vor

Von Isabel Mayer 

Über fünf Jahre haben drei Studenten aus Stuttgart den elektrischen Rollator mit dem Namen „ello“ entwickelt. Am Dienstag wagen sie sich in die Manege der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“.

250.000 Euro verlangen die Stuttgarter Unternehmer für 10 Prozent der „ello“-Firmenanteile. Foto: MG RTL D/Bernd-Michael Maurer 5 Bilder
250.000 Euro verlangen die Stuttgarter Unternehmer für 10 Prozent der „ello“-Firmenanteile. Foto: MG RTL D/Bernd-Michael Maurer

Stuttgart - Die Schwäbische Alb ist bekannt für ihre Höhenunterschiede. Wo junge Leute gerne wandern und radfahren, wird für die ältere Bevölkerung schon der Weg zum Einkaufen beschwerlich. Denn den Rollator mitsamt schwerer Einkaufstüten vor sich herzuschieben sieht einfacher aus, als es ist.

So empfindet zumindest die Oma eines Studenten der Universität Stuttgart, der 2013 einem Freund davon erzählt. So entstand die Idee für den „ello“ – einen Rollator mit elektrischem Antrieb. Am Dienstag, fünf Jahre später, stehen die drei Jungunternehmer aus Stuttgart vor den Investoren der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ (25. September / 20.15 Uhr). In der TV-Sendung präsentieren Start-ups ihre Ideen vor einer fünfköpfigen Jury aus Unternehmern. Können sie einen der Investoren von ihrem Unternehmensplan überzeugen, kommt es zu einem Deal zwischen Gründern und Geldgeber.

Gestern E-Bike, heute E-Rollator

„2013 sind gerade E-Bikes populär geworden“, sagt Benjamin Rudolph, der sich inzwischen um das Marketing von „ello“ kümmert, „da lag natürlich die Frage auf der Hand, warum es dieselbe Technologie nicht auch für Rollatoren gibt.“ Max Keßler griff die Idee 2015 in einer Seminararbeit an der Universität Stuttgart auf. Danach holt er Matthias Geertsema ins Boot. Benjamin Rudolph lernen die beiden später bei einem Gründer-Speed-Dating an der Hochschule der Medien in Stuttgart kennen.

Seitdem geht es mit dem „ello“ nicht nur auf der schwäbischen Alb auf und ab: „Wir mussten den Rollator in den vergangenen Jahren ständig weiterentwickeln um das Ingenieursprodukt zu einem Kundenprodukt zu machen“, sagt Rudolph. Mehrere Investoren und viel Hirnschmalz später konnten im Herbst 2017 die ersten „ellos“ ausgeliefert werden. Nun fühlen sich die Gründer bereit für die „Die Höhle der Löwen“.

Von der einfachen Bedienung bis zum Notrufsystem

„Ich bin davon überzeugt, dass wir ein richtig nützliches Produkt entwickelt haben“, sagt Rudolph, „es mag unsexy sein, aber wir konzentrieren uns auf einen Markt, der immer größer wird.“ Außerdem sei der „ello“ bereits erprobt und ausgereift. Fährt er bergauf, unterstützt der elektrische Antrieb. Fährt er bergab, passt er sich der Gehgeschwindigkeit an und stützt den Besitzer. Alles was er oder sie dafür tun muss, ist, einen Daumen auf die Kontaktstelle zu legen. Rutscht der Daumen ab, bleibt der Rollator stehen.

Dabei ist die unterstützende Technik nicht nur auf der schwäbischen Alb von Vorteil: „Die Topografie in Stuttgart ist einmalig“, sagt Rudolph, „es gibt viele Bordsteinkanten und Steigungen, auf denen normale Rollatoren versagen.“ In anderen Städten hilft der Elektroantrieb dagegen auf dem holprigen Weg über das Kopfsteinpflaster. „Und falls doch etwas passiert, versendet das Notrufsystem über eine integrierte Sim Karte eine SMS mit der entsprechenden Position an die Angehörigen“, sagt Rudolph.

Ein Deal mit Carsten Maschmeyer?

Es scheint als hätten die Gründer an alles gedacht. Doch die ausgereifte Technik hat ihren Preis: 2890 Euro soll der Elektro-Rollator kosten. Vorher können sich Interessierte natürlich selbst von dem guten Stück überzeugen: „Wir sind in mehreren Sanitätshäusern in der Region Stuttgart vertreten“, sagt Rudolph, „bisher wurden um die 100 Stück verkauft.“

Von der „Die Höhle der Löwen“-Ausstrahlung am Dienstag erhoffen sich Rudolph, Keßler und Geertsema natürlich einen weiteren Verkaufsanstieg – und einen starken Investor. Für 250.000 Euro bieten die Gründer in der Vox-Sendung zehn Prozent ihrer Firmenanteile an. Sie halten einen Deal mit dem Jury-Mitglied Carsten Maschmeyer für wahrscheinlich: „Er ist schon in der Branche der Medizintechnik involviert“, sagt Rudolph, „wir könnten von seinem breiten Netzwerk profitieren.“ Ob der Milliardär die Stuttgarter Jung-Unternehmer unterstützt, zeigt Vox am Dienstagabend.

Sonderthemen