EM 2021 Es knirscht bei Deutschland-Gegner Frankreich

Kylian Mbappe (rechts) und Olivier Giroud sind sich nicht ganz grün (Archivbild). Foto: imago images/PanoramiC/Philippe LECOEUR 8 Bilder
Kylian Mbappe (rechts) und Olivier Giroud sind sich nicht ganz grün (Archivbild). Foto: imago images/PanoramiC/Philippe LECOEUR

Generationenkonflikt in der Offensive des Weltmeisters: Zwischen Jungstar Kylian Mbappe (22) und dem zwölf Jahre älteren Olivier Giroud stimmt scheinbar die Chemie nicht.

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München - Einer für alle, alle für einen - davon kann bei den vier angriffslustigen französischen Fußball-Musketieren derzeit nicht die Rede sein. Zwar ist der begnadigte Karim Benzema erstaunlich geräuschlos in die Offensivabteilung des Weltmeisters integriert worden. Dafür aber stimmt die Chemie zwischen Jungstar Kylian Mbappe (22) und dem zwölf Jahre älteren Olivier Giroud nicht, von Antoine Griezmann wird derzeit wenig gesprochen.

Ausgerechnet vor dem EM-Auftaktspiel der Bleus am Dienstag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in München gegen die deutsche Nationalmannschaft wabert offenbar schlechte Stimmung durch die Reihen der Franzosen. Nichts da von einer verschworenen Gemeinschaft wie bei den vier mittelalterlichen Romanhelden D’Artagnan, Athos, Porthos und Aramis.

Halbsatz mit viel Zündstoff

Dabei war es lediglich ein Halbsatz von Giroud, der rund um die Equipe Tricolore ein mächtiges Getöse auslöste. „Die Bälle kommen nicht an“, konterte der zweifache Torschütze nach dem 3:0-Testspielsieg in Paris gegen Bulgarien Fragen zum Zusammenspiel mit den Sturmkollegen. Die Beobachter waren sich weitgehend einig: Gemeint war Mbappe, dem gern ein Hang zum Eigensinn nachgesagt wird.

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Und der PSG-Torjäger fühlte sich auch angesprochen. Dass der Jungstar darauf bei einer Pressekonferenz direkt antworten konnte, verhinderte Nationaltrainer Didier Deschamps zunächst. Einen verbalen Anlauf zur Versöhnung seitens Girouds soll Mbappe abgeblockt haben.

Mbappe äußert sich in PK

Zwei Tage vor dem Duell mit dem deutschen Team machte Mbappe aus seiner Befremdung über Girouds Vorgehensweise dann kein Hehl. „Ich habe ihm in der Kabine zu seinen Toren gratuliert, dabei hat er nichts gesagt, und dann habe ich es aus der Presse erfahren. Ich hätte es vorgezogen, wenn er in der Kabine gekommen und dabei ruhig etwas heftiger gewesen wäre. Wenn ich jemandem etwas zu sagen habe, sage ich es ihm, und es bleibt in der Kabine“, schrieb der Jungstar seinem routinierten Angriffskollegen auf der Pressekonferenz der Franzosen am Sonntag in Clairefontaine ins Stammbuch.

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Dennoch wolle er aus der Episode „keine große Sache machen“, fuhr Mbappe fort: „Die Mannschaft ist das Wichtigste, und das soll uns nicht stören. Unsere Aufgaben sind schwer genug, da können wir keine Stöcke im Rad brauchen.“

Auch Benzema mit schlechtem Verhältnis

Auch das Verhältnis von Benzema zu Giroud ist seit geraumer Zeit stark belastet. „Man vergleicht die Formel 1 nicht mit Kartfahren“, hatte Benzema im März 2020 bei Instagram gesagt. Es ging in dem Beitrag darum, den Unterschied zwischen ihm und Giroud zu erklären.

Immerhin: Einkalkulierte Probleme durch das Comeback Benzemas in der Nationalmannschaft nach mehr als fünf Jahren blieben bislang aus. Der mittlerweile 33-Jährige war im Dezember 2015 aus dem Team ausgeschlossen worden, nachdem er der Mittäterschaft bei einem Erpressungsversuch sowie dem Mitwirken in einer kriminellen Vereinigung angeklagt worden war.

Werner lobt Stürmer

„Ich verstehe, dass Karims Rückkehr Gesprächsstoff liefert. Aber ich kann nur sagen, dass es intern alles ganz normal gelaufen ist“, sagte der Coach. Rein sportlich ist der Stürmer von Real Madrid für den 52-Jährigen eine wichtige weitere Option: „Er spielt anders als die Anderen. Mit ihm sind wir stärker als ohne ihn.“

Eine Einschätzung, die Timo Werner nur teilen kann. „Für mich ist Benzema neben Robert Lewandowski und Cristiano Ronaldo einer der drei Top-Mittelstürmer der Welt“, sagte der deutsche Nationalspieler.

Das Sturmtrio mit Benzema, Mbappe und Griezmann, so Werner weiter, sei Weltklasse: „Es ist sehr, sehr schwer gegen sie zu spielen - und überragend, wenn man sie in der Mannschaft hat.“ Giroud erwähnte der Ex-Leipziger nicht - nicht einmal in einem Halbsatz.




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