Empfang in Frankfurt Gauck lobt deutsche Olympia-Mannschaft

Von red/dpa 

Frankfurt heißt die deutsche Olympia- Mannschaft willkommen. In der Stadt am Römer wurden die Sportler Bundespräsident Gauck, Innenminister de Maizière und zahlreichen Fans empfangen.

Bundespräsident Joachim Gauck mit Bahnrad-Fahrerin Kristina Vogel, Innenminister Thomas de Maizière, Beachvolleyballerin Laura Ludwig und Hockey-Spieler Moritz Fürste. Foto: Gettyabo 14 Bilder
Bundespräsident Joachim Gauck mit Bahnrad-Fahrerin Kristina Vogel, Innenminister Thomas de Maizière, Beachvolleyballerin Laura Ludwig und Hockey-Spieler Moritz Fürste. Foto: Gettyabo

Frankfurt/Main -

Auf dem Frankfurter Rathaus-Balkon standen die deutschen Sportler und schwenkten ihre schwarz-rot-goldenen Fähnchen. Unten auf dem Rathausplatz Römer jubelten ihnen tausende Zuschauer, Freunde und Verwandte zu. Mit einer bunten und auch prominent besetzten Willkommensfeier wurde die deutsche Mannschaft am Dienstag nach ihrer Rückkehr aus Rio de Janeiro wieder in der Heimat empfangen. Mitten in diesem Trubel stand Bundespräsident Joachim Gauck und vergaß bei aller Würdigung der Athleten nicht, auf die Schattenseiten des internationalen Spitzensports hinzuweisen.

„Ich möchte nicht Präsident eines Landes sein, das Medaillen um jeden Preis will. Das hatten wir schon einmal in Deutschland“, sagte das Staatsoberhaupt. „Wir wollen stolz auf das sein, was wir mit Fairness und mit eigenen Mitteln geschafft haben. Und das ist viel.“

Kritik an Russland, bewegende Worte für deutsche Sportler

Gaucks Rede war eine Anspielung auf das staatlich gelenkte Doping-System in Russland. Zeitgleich zur Rückkehr des deutschen Teams hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS den Ausschluss des russischen Teams von den Paralympics in Rio bestätigt.

Die eigenen Sportler bedachte der Bundespräsident mit ungleich wärmeren und auch bewegenden Worten: „Deutschland sagt euch heute Danke. Wir lernen von euch allen - nicht nur von den Medaillengewinnern. Der Sport macht uns vor, dass man alles erreichen kann, wenn man an seine eigenen Potenziale glaubt.“ Das sei nicht nur für Sportler, sondern für die ganze Gesellschaft wichtig.

Die Athleten selbst waren am Vormittag gelandet und mit mehreren Bussen in die Innenstadt gefahren worden. Der „Eiserne Steg“, die bekannteste und auch zentralste Brücke über den Main, wurde kurzerhand zum „Walk of Fame“, über den rund 300 Sportler, Trainer und Betreuer zum Römerberg wanderten. „Das war beeindruckend. Das hat man nicht so oft. Das ist ein schöner Abschluss, den wir alle zusammen einfach genießen“, sagte Hockey-Kapitän Moritz Fürste.

Anekdoten aus dem Team

Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel hatte bei dieser Feier besonders schwer zu tragen. Um ihren Hals baumelte die Goldmedaille, auf dem Kopf trug sie einen riesigen silberfarbenen Hut voller Federn und Bommeln. „Den habe ich von einer brasilianischen Samba-Tänzerin bei der Abschlussfeier bekommen. Ich wollte mich für heute herausputzen“, sagte die 25-Jährige der ARD, die das Spektakel zwei Stunden live im Fernsehen begleitete.

Genau darum ging es dem Deutschen Olympischen Sportbund bei seiner Idee, auch die Rückkehr noch einmal zum großen Event zu machen. Bunte Bilder, feiernde Sportler, große Emotionen.

Das alles gewürzt mit ein paar Anekdoten aus dem Innenleben des Teams - etwa bei der beliebten Frage, wer denn seine Erfolge in Rio wie ausgiebig gefeiert hat. „Hockey war gestern auf Stube. Die haben einen Film gesehen. Das sagt doch alles“, sagte Torwart Silvio Heinevetter. Die Handballer selbst haben natürlich ordentlich Gas gegeben. Obwohl die Sondermaschine der Lufthansa nach der Landung in Frankfurt „noch ganz gut aussah“, wie Kapitän Uwe Gensheimer berichtete. „Da gibt es nicht viel zu reparieren.“

Die nachdenklichen bis kritischen Zwischentöne des Bundespräsidenten kamen aber trotz Partystimmung gut an. Gauck habe „genau die richtigen Worte gefunden. Dass wir für fairen Sport stehen und nicht bloß die Medaillen zählen“, sagte Kanu-Olympiasieger Max Hoff. Mit einer Rede allein war es für das Staatsoberhaupt aber nicht getan. Ob sie noch ein Selfie mit ihm machen wolle, wurde die Beachvolleyballerin Laura Ludwig gefragt. „Klar“, sagte sie. „Da muss er jetzt durch.“