Ende des Geoblockings Die EU kämpft für die Bürger

Von Markus Grabitz 

Im digitalen Handel sollen in- und ausländische Kunden künftig gleich behandelt werden. Ein Erfolg für Brüssel, kommentiert Markus Grabitz.

Noch ist er voller Tücken, doch der Onlinehandel sollkundenfreundlicher werden. Foto: dpa
Noch ist er voller Tücken, doch der Onlinehandel sollkundenfreundlicher werden. Foto: dpa

Brüssel - Die EU sorgt dafür, dass Verbraucher in Europa nicht mehr unterschiedlich behandelt werden, wenn sie im Internet Geschäfte machen. Von Durchbrüchen wie diesen kann Europa nicht genug bekommen. Sie zeigen den Bürgern, dass Brüssel für sie handfesten Mehrwert produziert. Handelsketten, Fluggesellschaften und Autovermieter lassen ihre Kunden abblitzen, nur weil die sich gerade in einem anderen EU-Mitgliedsland befinden, weil sie eine ausländische Mailadresse eingeben oder eine bestimmte Kreditkarte nutzen. Diese Diskriminierung belegt, dass einige Unternehmen kein Interesse an Wettbewerb haben. Sie sind allzu gern bereit, die lästige Konkurrenz auszuschalten, wenn es für sie opportun erscheint. Die lange Geschichte vom Ende des Geoblockings zeigt auch, wie schwer es manchmal im Brüsseler Alltag ist, scheinbar banale, aber vernünftige Regelungen durchzusetzen.

Der Binnenmarkt ist das große Pfund der EU. Er funktioniert besser, wenn es um physische Produkte geht. Wenn das gleiche Auto im Nachbarland ein paar Tausender billiger zu haben ist, wird mancher Kunde sich wohl auf den Weg machen. Bei Dienstleistungen ist es schwieriger. Gerade in der Telefonie oder beim Energieversorger haben viele Kunden häufig keine andere Wahl, als zu den teuren Platzhirschen zu gehen. Hallo Brüssel, übernehmen Sie!