Energieanbieter in Stuttgart Stadtwerke wollen Handwerk als Partner

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Die Stadtwerke Stuttgart starten durch: Bis Ende 2015 soll der Zahl der Kunden von 6000 auf 20.000 steigen. Dafür will die städtische Energietochter auch moderne Heizungen an Hausbesitzer vermieten und Handwerker als Partner gewinnen.

Ökostrom der Stadtwerke soll auch die Kreissäge beim Schreiner antreiben. Foto: dpa
Ökostrom der Stadtwerke soll auch die Kreissäge beim Schreiner antreiben. Foto: dpa

Stuttgart - Die Stadtwerke Stuttgart (SWS) wollen ihr Angebot in diesem Jahr ausweiten: Die städtische Energietochter möchte mehr Bürger fürs Energiesparen sensibilisieren und örtliche Handwerker als Kunden und Kooperationspartner gewinnen. Die Energieerzeugung soll durch weitere Windräder, aber auch durch effiziente Blockheizkraftwerke ausgebaut werden.

Das neueste Kraftwerk der Stadtwerke dreht sich seit Weihnachten im Schwarzwald: An dem für 2,7 Millionen Euro generalüberholten Bürgerwindrad in Alpirsbach sind die SWS mit 40 Prozent beteiligt. „Wir haben 1,1 Millionen Euro investiert, um an diesem Standort zehnmal mehr Ökostrom als vorher zu erzeugen“, sagt Michael Maxelon, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke. Das alte Windrad sei durch ein leistungsstärkeres mit einer Leistung von 2,3 Megawatt ersetzt worden, das 1000 Haushalte versorgen könne.

Für 2015 sind 20 000 Kunden das Ziel

„Alpirsbach war eines der wenigen Windprojekte, das 2013 in Baden-Württemberg ans Netz gegangen ist“, betont Maxelon. Mit den bereits im Herbst erworbenen Windparks im westfälschen Everswinkel bei Münster und in Schwanfeld bei Schweinfurt verfüge man jetzt über 14 Windräder. „Dafür haben wir 2013 rund 50 Millionen Euro investiert“, sagt der Energiemanager. Die Windenergie solle einen erheblichen Teil des SWS-Ökostroms erzeugen. Außerdem seien etliche Millionen Euro in Fotovoltaikdächer, etwa auf dem Stuttgarter Großmarkt, geflossen.

Langsamer aufwärts geht es allerdings mit der Kundschaft. Die vor elf Monaten gestartete Vertriebsgesellschaft Stuttgart Energie hatte Ende 2013 rund 6000 Haushalte in der Kartei. „Das sind fast doppelt so viele wie die Hamburger Stadtwerke im Startjahr vorweisen konnten“, erläutert Maxelon. Diese hätten nach zwölf Monaten 3500 Kunden gehabt. Aber natürlich dominiere noch die EnBW in Stuttgart. „Bis Ende 2015 streben wir aber 20 000 Kunden an.“

Mit dem bis jetzt gewonnenen Kundenstamm hat das Unternehmen für den SWS-Geschäftsführer die Öko-Nische bereits verlassen. „Wir haben in Stuttgart Wurzeln geschlagen“, erklärt Maxelon. Man habe breite Schichten erreicht und sei in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

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