Energiewende in Stuttgart Kleinwindräder unter anderem für den Asemwald im Gespräch

Auf der Fachhochschule Kiel drehen sich seit Mai 2023 zwei Kleinwindkraftanlagen. Sie haben einen Durchmesser von 2,20 Metern und sind vier Meter hoch. Jede erreicht eine Nennleistung von drei Kilowatt. Foto: Imago/penofoto/Petra Nowack

Im Asemwald ist es zugig, weshalb zwischen und auf den Hochhäusern kleinere Windräder eine Option wären. Diese Energieanlagen werden aber auch an weiteren Standorten in Stuttgart geprüft.

Klima & Nachhaltigkeit: Judith A. Sägesser (ana)

Es klingt im ersten Moment wie eine witzige Idee, aus der aber vermutlich eher nichts wird. Doch wenn man Jürgen Görres zuhört, während er erklärt, warum Windkraft im Asemwald durchaus eine Option zur Energiegewinnung sei, klingt es schon greifbarer. Die drei Hochhäuser auf der Filderebene seien „drei große Hindernisse“ in der Landschaft. Mit der Windstärke in den Schneisen zwischen den Gebäuderiegeln könne man etwas anfangen.

 

Vor Kurzem war Görres, der Leiter der städtischen Energieabteilung, im Asemwald und hat sich mit dem Beirat der Eigentümer sowie Vertretern der Hausverwaltung zu Energiethemen ausgetauscht. Neben der großen Frage, wie die Wohnstadt die Wärmewende weg vom Energieträger Gas schafft, wurden auch mögliche Stromquellen besprochen, sagt Görres. Unter anderem eben Kleinwindkraftanlagen.

Nötig wären Untersuchungen zu Statik und Lärm

Optimale Standorte wären Görres’ Ansicht nach in der Mitte der drei Gebäuderiegel am Boden, mit Höhen von zehn bis 15 Metern vielleicht. Aber auch die Dächer seien interessant. Dort könnten auch kleinere Windräder von bis zu fünf Metern aufgrund der Gebäudehöhe gut Energie liefern.

Stefan Geiger von der Hausverwaltung Klauß & Partner klingt bei der Analyse des Gesprächs derweil zurückhaltender. „Die Anbringung von Miniwindrädern auf den Dächern hätten zahlreiche Voruntersuchungen zur Folge“, gibt er zu bedenken. Insbesondere zu Statik, Lärm, aber auch zum Kosten-Nutzen-Verhältnis. „Inwieweit Eigentümer Miniwindräder auf dem Dach möchten, ist schwierig zu beurteilen“, sagt Geiger. Man rechne durchaus auch mit kritischen Haltungen. Das Thema werden nun mit dem Verwaltungsbeirat und dem für Energiefragen beauftragten Planungsbüro besprochen.

Windrad auf Hallenbad in Sonnenberg?

Der Asemwald ist nicht der einzige Standort in Stuttgart, für den aktuell Kleinwindräder diskutiert werden. Um die Technologie zu testen, habe sich die Stadtverwaltung das Hallenbad in Stuttgart-Sonnenberg ausgeguckt, berichtetet Jürgen Görres. Derzeit werde die Umsetzung geprüft. „Allerdings ist die Windhöffigkeit und damit der Ertrag solcher Anlagen oft zu wenig für eine Wirtschaftlichkeit.“ Der Ausgang auch hier also: offen.

In der Prüfphase befinden sich zudem Kleinwindräder in Stuttgart-Wangen. Dort sind die Stadtwerke Stuttgart an der Kesselstraße in den letzten Zügen mit ihrem Neubau, im Frühjahr 2024 sollen dort mehr als 500 Menschen arbeiten. Vor Kurzem berichtete der Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart, Peter Drausnigg, dass man vier kleine Windräder testen wolle. „Derzeit prüfen wir das für unseren neuen Hauptsitz und führen Gespräche mit verschiedenen Anbietern“, erklärt eine Sprecherin der Stadtwerke auf Nachfrage. Mehr könne man dazu derzeit nicht sagen.

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