Energiewende Umweltschützer rechnen mit massiven Protesten

Wenn mit den geplanten Trassen nicht in erster Linie grüner Strom aus Windkraft, sondern bedenklicher Braunkohlestrom aus dem Ruhrgebiet ins Land komme, werde die Akzeptanz nicht sehr groß sein, warnte nun Franz Pöter, Energieexperte des Naturschutzbundes BUND. Foto: dpa
Wenn mit den geplanten Trassen nicht in erster Linie grüner Strom aus Windkraft, sondern bedenklicher Braunkohlestrom aus dem Ruhrgebiet ins Land komme, werde die Akzeptanz nicht sehr groß sein, warnte nun Franz Pöter, Energieexperte des Naturschutzbundes BUND. Foto: dpa

Die meisten Umweltschützer in Baden-Württemberg stehen zur Energiewende. Wenn dann aber riesige Stromtrassen gebaut werden sollen, um Braunkohlestrom zu verteilen, vergeht ihnen die Lust. Drohen Proteste wie in Bayern?

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Die meisten Umweltschützer in Baden-Württemberg stehen zur Energiewende. Wenn dann aber riesige Stromtrassen gebaut werden sollen, um Braunkohlestrom zu verteilen, vergeht ihnen die Lust. Drohen Proteste wie in Bayern?

Stuttgart - Umweltschützer rechnen auch im Südwesten mit massiven Protesten gegen den Ausbau der Stromnetze für die Energiewende. Wenn mit den geplanten Trassen nicht in erster Linie grüner Strom aus Windkraft, sondern bedenklicher Braunkohlestrom aus dem Ruhrgebiet ins Land komme, werde die Akzeptanz nicht sehr groß sein, warnte Franz Pöter, Energieexperte des Naturschutzbundes BUND, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

„Wir gehen von einem hohen Anteil an Kohlestrom aus“, sagte Pöter mit Blick auf die Nord-Süd-Stromautobahn „Ultranet“ vom Niederrhein bis nach Philippsburg bei Karlsruhe. Eine weitere Trasse mit dem Namen „SuedLink“ soll von der Küste über Nordbayern bis Leingarten bei Heilbronn führen. Beide sollen Strom bringen - um hier die Stilllegung mehrerer Atomkraftwerke auszugleichen. Auch der Netzbetreiber TransnetBW erwartet Proteste, wenn die Planungen für den Trassenverlauf konkreter werden.

Während Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) den Ausbau der Trassen als „bedingenden Faktor der Energiewende“ bezeichnet, sieht der BUND das Ganze kritischer: „Das ist kein grüner Strom, der da transportiert wird“, sagte Pöter. Insofern sei ihnen vor allem die Trasse aus NRW ein „Dorn im Auge“. Zudem werde man natürlich auf eine naturverträgliche Trassenführung achten - und zur Not protestieren.

In Bayern gibt es gegen eine ähnliche Höchstspannungstrasse aus den Braunkohlerevieren im Osten Richtung Süden bereits massive Proteste. Auch in Baden-Württemberg hat TransnetBW schon einmal schlechte Erfahrungen mit einem Projekt zum Netzausbau gemacht: Der Bau einer 380-Kilovolt-Leitung zwischen Bünzwangen und Goldshöfe an Schwäbisch Gmünd vorbei ruht nach massiven Protesten.

 

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