Entscheidung für Rotenberg Markgräflerstraße bleibt dunkel

Laut dem CDU-Stadtrat Fritz Currle nutzen 15 Kinder aus Rotenberg die Markgräflerstraße als Schulweg. Foto: Horst Rudel
Laut dem CDU-Stadtrat Fritz Currle nutzen 15 Kinder aus Rotenberg die Markgräflerstraße als Schulweg. Foto: Horst Rudel

Die Mehrheit der Stadträte hat im Ausschuss für Umwelt und Technik gegen eine Beleuchtung der Markgräflerstraße zwischen Uhlbach und Rotenberg gestimmt.

Bad Cannstatt: Maira Schmidt (mai)
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Uhlbach/Rotenberg - Seit Jahren fordern der Jugendrat Obere Neckarvororte und der Bezirksbeirat Obertürkheim eine Gehwegbeleuchtung entlang der Markgräflerstraße zwischen Uhlbach und Rotenberg. Am vergangenen Dienstag hat der Ausschuss für Umwelt und Technik (UTA) das Vorhaben nun jedoch mit zehn zu sieben Stimmen endgültig abgelehnt. Eine Mehrheit aus Grünen, SPD und SÖS/Linke stimmte gegen die Beleuchtung der Markgräflerstraße, während sich lediglich eine Minderheit aus CDU, Freien Wählern und FDP dafür aussprach.

„Mit dieser Entscheidung habe ich nicht gerechnet, sagt der Obertürkheimer CDU-Bezirksbeirat Matthias Föll nach der Abstimmung. Seine Fraktion hatte sich zuletzt Anfang Oktober mit einem Antrag für die Beleuchtung des rund 700 Meter langen Straßenstücks zwischen den Stadtteilen Uhlbach und Rotenberg eingesetzt.

Das Amt für Umweltschutz lehnte die Laternen 2009 ab

Mit der Entscheidung der Stadträte endet eine jahrelange Diskussion, die bereits im Jahr 2008 anfing und im Kern zwei gegensätzliche Argumente zum Inhalt hatte: Die einen führen an, dass die Markgräflerstraße als Schulweg genutzt wird und deshalb aus Sicherheitsgründen beleuchtet sein muss. Obwohl Rotenberg zum Schulbezirk Untertürkheim gehört, gehen einige Kinder auf die Grundschule in Uhlbach. Die anderen halten dagegen, dass eine Beleuchtung im Landschaftsschutzgebiet mit den Interessen des Umweltschutzes nicht vereinbar ist. Insekten würden in das helle Licht der Laternen fliegen und sterben.

Zunächst sah es so aus, als würden sich die Gegner der Straßenbeleuchtung durchsetzen. Das Amt für Umweltschutz lehnte die Laternen 2009 aus Gründen des Naturschutzes ab. Die CDU beantragte zu prüfen, ob an dieser Stelle LED-Leuchten, die keine Gefahr für die Insekten darstellen, verwendet werden können. Die Antwort der Verwaltung lautete: „Zu teuer, kein öffentliches Interesse.“ Es wurde diskutiert, ob die Markgräflerstraße als offizieller Schulweg ausgewiesen werden könnte. Das Amt für öffentliche Ordnung erklärte jedoch, dass eine solche Ausweisung ohne Beleuchtung nicht möglich sei.

15 Kinder würden die Straße als Schulweg nutzen

Trotz aller Rückschläge schien es Anfang des Jahres, als würde sich das Blatt doch zu Gunsten der Beleuchtungs-Befürworter wenden. Anscheinend hatte die Stadt die EnBW damit beauftragt, eine Planung für die Markgräflerstraße auszuarbeiten. Noch bevor es richtig losging, stoppte die Gemeinderatsfraktion der Grünen die Baumaßnahme aber mit einem Antrag.

Grünen-Stadtrat Jochen Stopper sagte nun im Umwelt- und Technikausschuss, dass seine Fraktion schon immer gegen die Beleuchtung der Straße gewesen sei. Er sehe es zudem als problematisch an, einen Schulweg an einer Stelle auszuweisen, an der keiner ist. CDU-Stadtrat Fritz Currle entgegnete, dass der jetzige Zustand „untragbar“ sei. 15 Kinder würden die Straße als Schulweg nutzen. Er verstehe die Bedenken der anderen Fraktionen nicht. Stadträtin Marita Gröger (SPD) sprach hingegen von einer Grundsatzentscheidung. Andere Eltern könnten auch auf die Idee kommen, sich über die Bezirksgrenzen für Grundschüler hinwegzusetzen. Letztlich sprach sich die Mehrheit der Stadträte gegen die Beleuchtung aus.

Eine Entscheidung, für die der Obertürkheimer CDU-Bezirksbeirat Matthias Föll kein Verständnis hat: „Ich finde das traurig für die Kinder und Jugendlichen.“ Die Sicherheit der Kinder stehe auf dem Spiel. „Man muss jeden Tag mit einem Unfall rechnen“, sagt der Lokalpolitiker. Doch auch wenn sich die Stadträte jetzt mehrheitlich gegen das Vorhaben ausgesprochen haben, will Föll nicht aufhören für eine Beleuchtung der Straße zu kämpfen.




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