Erfolg für Jugendgemeinderat Toiletten am Esslinger Bahnhof künftig kostenfrei

Bislang kostet die Nutzung 50 Cent. Foto: Bulgrin

Dass bislang nur die Pissoirs am Esslinger Bahnhof kostenfrei sind, empfindet der Jugendgemeinderat als ungerecht. Der Ausschuss für Technik und Umwelt hat nun dem Antrag stattgegeben, auch Einzelkabinen gratis zugänglich zu machen.

Die Nutzung der Klos auf dem Bahnhofsplatz ist künftig kostenfrei. Das hat der Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) des Esslinger Gemeinderates kürzlich beschlossen. Der Entscheidung vorangegangen war ein entsprechender Antrag des Jugendgemeinderates. Dass der Vorschlag nun umgesetzt wurde, findet unter anderem den Beifall der Jusos Esslingen. Diese kritisieren aber folgendes Detail des ATU-Beschlusses: „Sollte sich die Situation bezüglich Vandalismus und Verschmutzung gegenüber dem momentanen Stand deutlich verschlechtern, wird wieder auf das bisherige Nutzungskonzept gewechselt“, heißt es in der Beschlussvorlage. Bislang fallen für die Nutzung der Einzelkabinen sowohl für Damen als auch Herren 50 Cent an. Dagegen sind die Pissoirs in dem Klohaus, das 2014 eingerichtet worden ist, gratis zugänglich. Das wurde im Antrag des Jugendgemeinderats als Ungleichbehandlung gewertet, da nicht alle Menschen Pissoirs nutzen könnten.

 

Um diese aufzuheben, entschied der ATU nun auf Vorschlag der Stadtverwaltung, auch die Einzelkabinen kostenfrei zugänglich zu machen. Dadurch entsteht der Stadtkasse ein Ertragsdefizit von 10 000 Euro. Eine Nachrüstung der Pissoirs mit Münzkästen ist wohl nicht umsetzbar, die Verwaltung hatte diese Variante beim Hersteller abgefragt.

Münzkästen für Pissoirs nicht möglich

Die Jusos Esslingen befürworten die Einführung der kostenfreien Nutzung der Toiletten. „Kommunale Daseinsvorsorge darf jedoch kein Ablaufdatum haben“, moniert Majlinda Hasanaj, die Esslinger Vorsitzende, einer Pressemitteilung zufolge. Die Jusos befürworteten, dass alle Geschlechter nun kostenfrei die Toiletten benutzen könnten. Wenn aber bei erwartetem Vandalismus wieder ein ungleiches Konzept greife, schade dies der Gleichberechtigung massiv. Deshalb müsse der Gemeinderat den getroffenen Beschluss schnellstmöglich nachbessern, sagt Daniel Krusic, der Juso-Kreisvorsitzende.

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